Sport : Räikkönen steht in Kanada unter Druck

Karin Sturm

Montreal - Wenn Kimi Räikkönen eine ganz besondere Stärke hat – neben der, schnell Auto fahren zu können –, dann ist es, Dinge einfach ausblenden zu können. Vor allem solche, die ihn belasten könnten. Diese Fähigkeit muss er im Moment häufiger denn je einsetzen. Denn nach dem starken Saisonbeginn mit dem Sieg in Australien droht der Nachfolger von Michael Schumacher bei Ferrari in der Formel-1-WM 2007 ein bisschen ins Hintertreffen zu geraten. Nach dem Ausfall von Barcelona und dem Fehler im Qualifying von Monaco, der ihn chancenlos auf den 16. Startplatz zurückwarf, darf jetzt nicht mehr viel schiefgehen. 15 Punkte Rückstand hat er auf die beiden McLaren-Piloten Alonso und Hamilton, zehn auf seinen Ferrari-Teamkollegen Felipe Massa. „Beim nächsten Problem ist er aus dem Titelkampf erst mal draußen“, sagt Weltmeister Fernando Alonso über seinen Vorgänger bei McLaren.

Natürlich versucht Alonso, den Rivalen damit ein bisschen zu verunsichern – aber ganz unwahr ist seine Behauptung nicht. Nicht nur Räikkönens Landsmann, der zweimalige Weltmeister Mika Häkkinen, glaubt, der Wechsel von McLaren- Mercedes zu Ferrari sei ein Fehler gewesen: „Das habe ich Kimi letztes Jahr schon prophezeit.“ Denn vor allem, wenn Räikkönens Teamkollege Massa so weitermacht wie in den letzten Rennen, dann könnte es auch teamintern für den Finnen sehr schnell eng werden. Denn die Sympathien dort liegen naturgemäß sowieso eher bei dem lockeren, perfekt italienisch sprechenden Brasilianer, der schon viel länger zum Team gehört, als beim verschlossenen Räikkönen.

Der will freilich von Problemen und Hierarchien überhaupt nichts wissen: „Solange ich hier bin, gibt es keine Nummer eins im Team. Ich glaube, Massa hatte es am Anfang leichter mit dem Auto, aber wir haben es verbessert, und nun scheint es mir mehr entgegenzukommen.“ Was ihn für die zwei anstehenden Rennen optimistisch stimmt, ist die Tatsache, dass sowohl er persönlich als auch Ferrari in Kanada und den USA immer stark waren, so dass er beste Chancen sieht, die dringend notwendige Aufholjagd zu starten: „Es ist schwer vorstellbar, dass die anderen ohne irgendwelche Probleme durch die Saison kommen. Solange wir keine Probleme mehr haben, ist die Chance groß, dass wir zurückkommen.“ Karin Sturm

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