Rafael van der Vaart : Eine kleine Nummer

Beim Hamburger SV war Rafael van der Vaart der König. Trotzdem wollte er unbedingt zu Real Madrid. Dort wollen sie ihn aber schon wieder loswerden.

Mathias Klappenbach
Zeitung: Real Madrid will Van der Vaart wieder verkaufen
Rafael van der Vaart (r.) ist bei Real Madrid umstritten. -A2609 epa efe Zipi (EFE)

Berlin - Auch ein verlorener Sohn kann noch große Dienste erweisen. Etwa als abschreckendes Beispiel. Es vergeht derzeit kein Tag, an dem Rafael van der Vaarts Geschichte in den Hamburger Medien nicht herhalten muss, um Ivica Olic vor einem mutmaßlich großen Fehler zu warnen: den Hamburger SV zu verlassen. Besser als beim HSV könne es Olic doch gar nicht haben, und ein Wechsel zu einem großen Klub, bei dem man nicht der Star ist, könne sich auch als großer Rückschritt erweisen. Siehe eben van der Vaart. Denn den will Real Madrid nach nur wenigen Monaten angeblich schon wieder loswerden.

Das Theater, dass um den Wechsel des Mittelfeldregisseurs gemacht wurde, war noch eine Nummer größer als jetzt bei Olic. Was zum einen daran liegt, dass van der Vaart einen noch höheren sportlichen Wert für die Hamburger besaß als jetzt Olic. Und auch daran, dass der smarte Holländer mit seiner telegenen Gattin Sylvie nicht nur für den Boulevard ein glänzendes Image kreierte.

In diesem Sommer gab es die letzte Chance, eine hohe Ablösesumme für den Wechselwilligen zu bekommen, und so ging van der Vaart für 15 Millionen Euro zu Real. Als Notersatz für den geplatzten Transfer von Cristiano Ronaldo und den verletzten Wesley Sneijder. Und van der Vaart überzeugte in den ersten Spielen mit Vorlagen und Toren durchaus.

Jetzt aber meldete die Zeitung „As“, dass Real van der Vaart wieder loswerden will. Die spanischen Sportzeitungen melden jede Woche allerhand, unstrittig ist aber, dass sich van der Vaart nicht durchgesetzt hat. Weil er Übergewicht habe und ihm die Motivation fehle, heißt es. In der Primera Division kam der 25-Jährige bisher in 14 Spielen zum Einsatz, bis auf einmal wurde er aber immer ein- oder ausgewechselt. „Ich bin erst kurze Zeit bei Real. Da ist es zu früh, über solche Dinge zu sprechen“, sagt van der Vaart, fügt aber auch hinzu: „Es stimmt, dass ich in den vergangenen zwei Monaten nachgelassen habe.“

Reals neuer Trainer Juande Ramos scheint nicht viel von dem Mittelfeldspieler zu halten, auch Ramos wirft dem Niederländer körperliche Defizite vor. Am Samstag gegen den FC Valencia wird van der Vaart wohl wieder nicht in der Startelf stehen. Vor anderthalb Jahren wollte er noch seinen Wechsel nach Valencia erzwingen und ließ sich schon mit einem Trikot des Vereins fotografieren. Derzeit wäre Valencia aber wohl kaum an seiner Verpflichtung interessiert.

Eine Rückkehr nach Hamburg, von der jetzt einige träumen, erscheint aber allein aus finanziellen Gründen abenteuerlich. Vielleicht ebenso wie die Hoffnung, dass sich ein Profifußballer gegen ein höheres Gehalt und eine große sportliche Chance entscheidet. Es sei denn, Ivica Olic nimmt die flehentlichen Warnungen wirklich ernst.

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