Sport : Rafael van der Vaart

Wie Hamburgs Star das Spiel in München erlebte

Klaus Raab

Van der Vaart ist überall: in der U-Bahn, vor dem Stadion, auf der Tribüne. Kein Trikot eines Spielers des Hamburger SV ist im Stadion so oft zu sehen wie das des niederländischen Spielmachers mit der Rückennummer 23. Auf dem Spielfeld steht auch ein van der Vaart. Und von der ersten Minute an will er das Spiel in die Hand nehmen. Doch es dauert einige Zeit, bis er es tun kann.

Erst nach 24 Minuten senkt sich eine seiner Freistoßflanken gefährlich aufs Münchner Tor. Rafael van der Vaart ist an den meisten Offensivaktionen indirekt oder direkt beteiligt. Aber lange wirkt er dabei glücklos. So, als sei es nicht sein Tag. Kurz nach der Halbzeit etwa setzt er einen Freistoß am Tor vorbei. Nach 57 Minuten gelingt ihm eine feine Weitergabe mit dem Innenrist durch die eigenen Beine in den freien Raum hinter sich. Nur ist dieser Raum frei von Mitspielern. Doch er kämpft weiter, fair, aber so aggressiv, dass ihn Philipp Lahm einmal ganz erstaunt ansieht. Und es wird doch noch van der Vaarts Tag. Nach 71 Spielminuten trifft er aus 20 Metern in den Winkel. Er gibt die meisten Torschussvorlagen beim HSV – vier – und die meisten Torschüsse ab – fünf. Er ist der Spieler des Tages. Nach 82 Minuten verlässt er ausgepowert das Spielfeld. Selbst einige Bayern-Fans auf der Haupttribüne erheben sich ihm zu Ehren. Sie applaudieren.

Weil sie ihn bald wieder sehen werden, im Münchner Trikot, wie zuletzt spekuliert wurde? Rafael Ferdinand van der Vaart sagt später: „definitiv nicht.“ HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann ebenfalls. Und auch Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß sagt: „Wir haben uns nie um ihn bemüht, und wir werden das auch nicht tun.“

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