Sport : Ralf Rangnick gilt als Favorit

Stefan Hermanns

Berlin - Ralf Rangnick werden einige Gemeinsamkeiten mit Jürgen Klinsmann, dem designierten Teamchef der deutschen Nationalmannschaft, nachgesagt. Sie gelten als Querdenker und Reformer, und „zumindest sprechen wir die gleiche Fremdsprache“, sagt der Schwabe Rangnick über den Schwaben Klinsmann. Ob dies reicht für eine fruchtbare Zusammenarbeit? Rangnick jedenfalls wird nach der Absage Holger Osiecks als möglicher Bundestrainer an der Seite Klinsmanns gehandelt. „Es gibt und gab bisher keinen Kontakt mit dem DFB“, sagte Rangnick jedoch der „Netzeitung“. Er gehe davon aus, dass er in dieser Saison wieder in der Bundesliga arbeite und nicht für den Verband, den er für träge hält: „Da gehen mir die Dinge nicht schnell genug.“

Das Problem ist, dass der Deutsche Fußball-Bund einen erfahrenen Trainer sucht, der eigentlich nur die Befugnisse eines Assistenten haben soll. Von den klassischen Kotrainern wäre im Moment Michael Henke verfügbar. 13 Jahre lang hat er an der Seite von Ottmar Hitzfeld gearbeitet, zurzeit ist er wie sein Chef ohne Job. Dieter Hoeneß, der Manager von Bundesligist Hertha BSC, glaubt allerdings, dass der DFB einen Mann sucht, „der auch schon eine Mannschaft geführt hat“. Da kann Henke nur auf eine Saison beim Zweitligisten FC Gütersloh verweisen.

Wichtig ist auch, dass der neue Bundestrainer ein Vertrauensverhältnis zu Klinsmann hat. Dadurch geraten Personen in den Blick, die früher mit dem Teamchef zusammengearbeitet haben. Arie Haan zum Beispiel, der in Stuttgart Klinsmanns Trainer war und inzwischen mit ihm befreundet ist. Der Holländer arbeitet zur Zeit als Nationaltrainer in China, wo ihm alle Wünsche von den Lippen abgelesen werden. Warum sollte er da in Deutschland zweiter Mann werden? Ähnliches gilt für Asgeir Sigurvinsson, der zwar fünf Jahre lang mit Klinsmann beim VfB zusammengespielt hat, aber die Nationalmannschaft Islands trainiert.

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