Rallye Dakar : Vatikan kritisiert "blutiges Rennen"

Auf der Königsetappe der 29. Rallye Dakar haben die Race-Touareg von Volkswagen ihre Dreifach-Führung verteidigt. Unterdessen übte der Vatikan nach dem insgesamt 54. Todesfall heftige Kritik an dem Wettbewerb.

Zouérat/Mauretanien - Der Spanier Carlos Sainz blieb auch am sechsten Tag auf einem Abschnitt über 817 Kilometer von Tan Tan in Marokko nach Zouérat in Mauretanien der Spitzenreiter mit 3:11 Minuten vor seinem südafrikanischen Teampartner Giniel de Villiers mit dessen Karlshofer Beifahrer Dirk von Zitzewitz. Dritte blieben mit einem Rückstand von 14:03 Minuten Carlos Sousa/Andreas Schulz (Portugal/München) im Race-Touareg des Phönix-Teams aus der Eifel. Überraschender Tagessieger wurde der US- Amerikaner Robby Gordon in seinem Hummer-Buggy.

Die Tour der Leiden der Kölnerin Jutta Kleinschmidt setzte sich auch am sechsten Tag ihrer 17. Teilnahme fort. Die Dakar-Siegerin wurde 22 Kilometer vor dem Ziel von einem weiteren Problem ihres BMW X3 gestoppt. Die 44 Jahre alte Diplom-Physikerin büßte deswegen 1:53:20 Stunden auf die Bestmarke von Gordon ein und rutschte mit insgesamt 4:36:11 Stunden Rückstand vom 22. auf den 29. Platz ab.

Angriff der Japaner bleibt aus

Der wie im Vorjahr in Mauretanien erwartete Angriff der Roten aus Japan gegen die Blauen aus Wolfsburg blieb aus. Bester Pajero-Pilot ist als Vierter der französische Vorjahressieger Luc Alphand. Der Rückstand des Ex-Skichampions wuchs von 20:27 auf 23:55 Minuten. Auf dem fünften Platz (Rückstand: 25:03 Minuten) folgte sein Landsmann und Teamkollege Stéphane Peterhansel, der Sieger von 2004 und 2005.

In der Motorrad-Kategorie setzte sich der spanische Vorjahressieger Marc Coma mit der zweitbesten Tageszeit hinter seinem Landsmann und KTM-Kollegen Jordi Viladoms, der seinen ersten Etappensieg erzielte, um 12:07 Minuten von dem Zweiten Isidre Esteve Pujol (Spanien/KTM) weiter ab. Dritter mit einem Rückstand von bereits 44:39 Minuten blieb der Franzose David Casteu (KTM).

"Blutiges Rennen der Verantwortungslosigkeit"

Nach dem Tod des südafrikanischen Motorradfahrers Elmer Symons hat der Vatikan das Rennen durch die Wüste scharf verurteilt. In einem Leitartikel bezeichnete die Zeitung "L'Osservatore Romano", das offizielle Presseorgan des Heiligen Stuhls, die Rallye als blutiges Rennen der Verantwortungslosigkeit. Dies habe nichts mehr mit einem gesunden Wettkampf zu tun, schrieb das Blatt und erinnerte daran, dass bereits 54 Menschen bei dem Rennen ums Leben gekommen sind, darunter acht Kinder und zwei Frauen.

Die Blutspur auf der Route der Rallye, die von Jahr zu Jahr länger werde, unterstreiche die unbestreitbare Gewaltkomponente, hieß es. Dies sei ein zynisches Verhalten, das die Realität ignoriere, schrieb die Zeitung, die sich selten in so scharfen Worten zu einem sportlichen Ereignis geäußert hat. (Von Toni Hoffmann, dpa)

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