Sport : Randale in der Festung

Robert Ide

sieht Lücken im Sicherheitskonzept für die WM 2006 Zur Weltmeisterschaft kann so etwas nicht passieren. Da sind sich Regierung und Organisatoren auch nach der Randale in Slowenien sicher. Zur Weltmeisterschaft 2006 wird sich Deutschland als friedlicher, freundlicher Gastgeber präsentieren. Nicht als Land prügelnder Fußballfans.

In gut einem Jahr wird Deutschland einer Festung gleichen (ohne dass das auf den ersten Blick zu erkennen sein soll). Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern werden zentral gesteuert sein, der Luftraum in vielen WM-Städten wird gesperrt sein, jede Eintrittskarte wird nur in Verbindung mit dem richtigen Personalausweis gültig sein. Im Notfall wird die Bundeswehr unbekannte Flugzeuge abschießen dürfen. Zusätzlich denkt das Bundesinnenministerium darüber nach, während der WM das Schengener Abkommen auszusetzen, das den freien Reiseverkehr innerhalb Europas garantiert. Schwer vorstellbar, dass es da ein Hooligan bis ins WM-Stadion schafft.

Die Weltmeisterschaft soll ein Ereignis ohne Krawalltourismus sein. Dafür tun Regierung und Organisatoren alles, was die Gesetze hergeben. Aber vielleicht reicht das nicht aus. Wer soll prügelnde Rowdys davon abhalten, in einer Stadt wie Dresden zu randalieren, in der kein WM-Spiel stattfindet? Wer soll Schlägereien in Waldstücken unweit der Stadien verhindern? Darauf müssen die Sicherheitsbehörden nach den Ereignissen des Wochenendes Antworten suchen.

Hooligans, die sich prügeln wollen, suchen sich nicht unbedingt ein WM-Endspiel für ihre Aktionen aus. Sie konzentrieren sich offenbar auf kleinere Ereignisse, die von der Öffentlichkeit mit der Weltmeisterschaft in Zusammenhang gebracht werden. Zum Beispiel ein Freundschaftsspiel in Slowenien.

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