Randale in Stuttgart : Britische Botschaft "enttäuscht"

Die britische Botschaft in Deutschland hat die Krawalle zumeist englischer Fußballfans in Stuttgart bedauert. Die Daten der Randalierer sollen an den nächsten Spielort der englischen Mannschaft weitergeleitet werden.

Stuttgart - Inzwischen befinden sich nahezu alle Krawallmacher wieder auf freiem Fuß. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden am Montagmorgen 117 Engländer aus dem Gewahrsam entlassen. Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) warnte derweil davor, die Krawalle über zu bewerten. Wenn von über 50.000 englischen Fans einige hundert Ärger machten, sei dies "kein Grund zur Aufregung", betonte er einen Tag nach dem 1:0-Achtelfinalsieg der "Three Lions" gegen Ecuador.

Der Sprecher der britischen Botschaft in Deutschland, Jonathan Brenton, zeigte sich bei der Bilanz am Montag über das Verhalten einiger englischer Fans "enttäuscht". Die Beteiligten seien aber nur "eine kleine, nicht repräsentative Minderheit". Der Stuttgarter Polizeipräsident Siegfried Stumpf sprach von einer "unangenehmen Begleiterscheinung". Die Ausschreitungen hätten die Polizei aber nicht aus dem Tritt gebracht.

Das bisherige WM-Einsatzkonzept in Stuttgart soll trotz der Randalen für die weiteren öffentlichen Veranstaltungen bestehen bleiben. Die Polizei werde sich auch künftig zurückhalten und nur starke Präsenz zeigen, wenn es zu Problemen komme, sagte Stumpf. Für das WM-Viertelfinalspiel zwischen England und Portugal am Samstag kündigte er an, die Personalien aller an den Ausschreitungen beteiligter Fans an die Behörden im Spielort Gelsenkirchen weiterzuleiten. Ziel sei es, dort vergleichbare Vorfälle zu vermeiden.

Am Freitag- und Samstagabend waren nach Krawallen in der Stuttgarter Innenstadt insgesamt rund 540 Fans in Gewahrsam genommen worden, zum großen Teil Engländer, aber auch einige Deutsche. Neun Menschen wurden verletzt. Bis auf zwei Engländer, die am Sonntag wegen Körperverletzung in Untersuchungshaft kamen, befinden sich nun alle wieder in Freiheit. (tso/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben