Sport : Randale vor dem 0:0 in Turin

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Turin Im Fanblock der Gäste blieben hunderte Plätze frei. Die italienische Polizei hatte einen Puffer geschaffen, falls es Ausschreitungen gibt. Allzu viele Fans des FC Liverpool hatten auch nicht zum Viertelfinale der Champions League anreisen wollen: aus Angst. Es wurde ein Spiel, das unter dem Eindruck der Katastrophe im Brüsseler Heysel-Stadion stand, als beim letzten Duell beider Vereine vor 20 Jahren nach Ausschreitungen und einer Massenpanik 39 Tote zu beklagen waren. Es wurde ein Spiel unter Anspannung. Vor allem Turins Profis agierten gelähmt, ein Tor fiel nicht. Damit qualifizierte sich Liverpool für das Halbfinale und trifft nun auf den FC Chelsea.

Die schwachen Leistungen gerieten am Abend nach dem Spielabbruch von Mailand (siehe unten) zur Nebensache. Über dem Stadion Delle Alpi kreisten Hubschrauber, vor der Arena lieferten sich 50 Juve-Anhänger Schlägereien mit der Polizei. Zwei Wagen gingen in Flammen auf, es gab 20 Verletzte. Am Vorabend hatten acht Turiner Anhänger in einer Kneipe mit Knüppeln auf einen Liverpool-Fan eingeprügelt. In den vergangenen Wochen hatten Juve-Ultras Rache für die von Liverpooler Hooligans ausgelöste Katastrophe von Heysel geschworen. Während des Spiels blieb es dann bei einigen Rangeleien. Bis zum Redaktionsschluss am späten Abend wurden aus der Innenstadt keine weiteren Auseinandersetzungen gemeldet.

Auf dem Feld ließen sich die Mannschaften von der angespannten Stimmung anstecken. Juventus konnte sich 75 Minuten lang keine Torchance erarbeiten, dann köpfte Cannavaro an den Pfosten. Auf der Gegenseite verfehlte Baros bei einem Konter knapp das Tor.

Mehr Spielfreude wurde in Eindhoven geboten. Dort ging eine spannende, temporeiche Begegnung nach Toren von Wiltord für Olympique Lyon (10.) und Alex für Eindhoven (50.) in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen. In dem schoss Robert schließlich Eindhoven ins Halbfinale.dd/Tsp

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