Sport : Randsportarten: Einige Sportarten werden untergehen

Ernst Podeswa

Wasserball wurde erstmals bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris gespielt. Hockey steht seit 1908 in London auf dem olympischen Programm. Zwei Sportarten mit langer Geschichte. Etwas jünger ist das Volleyballspiel, das erstmals bei den Spielen 1964 in Tokio olympische Weihen erhielt. Dafür wird das Spiel am hohen Netz in mehr als 200 Ländern praktiziert.

Dennoch tauchen die drei Ballspiele nicht in einer Untersuchung von Ufa-Sports über die Sportarten, die 2000 am häufigsten im Fernsehen zu erleben waren. Dagegen erscheinen American Football, Tanzen und Segeln. Der Berliner Volleyball-Funktionär Götz Moser glaubt daher, dass einige Sportarten wegen fehlender Fernsehpräsenz "eines Tages untergehen werden". Dafür kämen Sportarten hoch, die von der Gunst und Allmacht des Fernsehens profitieren.

Der Deutsche Volleyball-Verband will dem Abdriften in die mediale Bedeutungslosigkeit entgehen. Er nutzt den Lifestylecharakter des Beachvolleyballs und hofft mit Großveranstaltungen Aufmerksamkeit zu erheischen. Und er fördert alles, um seine Auswahlmannschaften fit für den Wettbewerb mit den Besten zu machen.

Insider des Wasserballs sehen neben sportartspezifischen Eigenheiten ("unser Spiel findet unter Wasser statt, ist schlecht zu verfolgen") drei Ursachen für das Randdasein: zu wenig Geld, zu wenig professionelle Strukturen, zu wenig Fernsehzeiten. Rund 40 000 Wasserballer in Deutschland fühlen sich auch in gemeinsamen Vereinen mit den Schwimmern ein wenig benachteiligt. Auch die Spielzeit von vier Mal sieben Minuten mit entsprechenden Pausen sei für die Besucher wenig anziehend, weil nach einer Stunde alles vorbei sei.

Dass die Traditionalisten im Hockey an einer zweiteiligen Bundesliga festhalten, erschwert dessen Attraktivität für die TV-Sender. Besserung ist auch nicht eingetreten, als der Verband den Fernsehvertrag 1999 mit dem DSF nicht verlängerte und die eigentlich hockeyfreundliche ARD als Partner zurückholte. Auf entsprechende Anläufe, die Erfolgssportart Hockey wieder stärker ins überregionale Programm zu rücken, reagierten die Programmverantwortlichen kühl: An Hockey bestünde "kein nationales Interesse".

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