Rassismus : Zwanziger fordert hartes Durchgreifen

Der Deutsche Fußball-Bund will im Fall des jüngsten Rassismus-Eklats in Rostock hart durchgreifen. Über eine Anklage gegen Hansa wird Ende der Woche entschieden. Dem Verein drohen drastische Sanktionen.

Nürnberg - "Da muss man jetzt gleich klar Schiff machen und zeigen, dass man es ernst meint", hob DFB-Präsident Theo Zwanziger im Fachmagazin "Kicker" hervor. Der DFB hatte erst am vergangenen Freitag auf dem Bundestag in Frankfurt am Main ein rigoroses Vorgehen bei diskriminierenden Vorfällen in seiner Satzung verankert. "Diese Paragraphen sind nicht dazu da, um Vereine zu ärgern, sondern um ein Stück unserer Gesellschaft zu dienen", betonte Zwanziger. "Wenn der Fußball in dieser Gesellschaft seine Rolle spielen will, dann muss er mit gutem Beispiel vorangehen."

Nationalspieler Gerald Asamoah war am vergangenen Samstag beim 9:1-Sieg von Schalke 04 im DFB-Pokal beim Oberligisten Hansa Rostock II aus dem Fanblock der Gastgeber mit rassistischen Schmährufen bedacht worden. Nach Angaben von Chefankläger Horst Hilpert hat der DFB-Kontrollausschuss seine Ermittlungen in dem Fall bereits abgeschlossen. "Wahrscheinlich werden wir Ende dieser Woche darüber befinden, ob Rostock angeklagt wird oder nicht", sagte Hilpert. Dem Verein drohen drastische Sanktionen.

"Extrem unangenehme Geschichte"

Zwanziger betonte, er wolle dem Kontrollausschuss keineswegs vorgreifen. Er werde sich aber bereits über die Vorbereitung der Entscheidung sehr genau informieren. "Der Vorfall ist eine extrem unangenehme Geschichte. Mir tut das auch sehr weh, weil ich dachte, wir wären einen Schritt weiter", räumte der 61-jähruge DFB-Präsident ein. (tso/ddp)

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