Rassismusvorwurf : DFB lädt Asamoah und Weidenfeller zu Anhörung

Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller soll Gerald Asamoah rassistisch beleidigt haben. Der DFB droht mit ernsten Konsequenzen und zitiert die beiden Spieler vor den Kontrollauschuss.

Asamoah
Streitfrage. Roman Weidenfeller soll Gerald Asamoah rassistisch beleidigt haben. -Foto: dpa

Frankfurt/Main Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird Gerald Asamoah und Roman Weidenfeller zu einer mündlichen Anhörung laden. Wie der DFB mitteilte, sollen sich beide Profis dabei zu den Rassismusvorwürfen des Schalker Nationalspielers gegen den Dortmunder Torhüter äußern. Aufgrund der Vorkommnisse im Revierderby hatte der Kontrollausschussvorsitzende Horst Hilpert am Sonntag Ermittlungen aufgenommen. Asamoah hatte über rassistische Äußerungen des Rivalen geklagt. Weidenfeller soll ihn demnach während der Partie "schwarzes Schwein" genannt haben.

Der DFB vereinbarte mit allen beteiligten Parteien Stillschweigen über den Ort und den Zeitpunkt dieser Anhörung. Weidenfeller bestreitet weiterhin, diese Worte gebraucht zu haben. Dessen Berater Michael Becker ist zuversichtlich, dass Konsequenzen für den BVB-Keeper ausbleiben: "Es steht Aussage gegen Aussage. Ich hoffe, dass die ganze Sache als Sturm im Wasserglas endet."

Watzke: Fehlendes Fingerspitzengefühl

Ähnlich optimistisch sieht die Dortmunder Vereinsführung der Anhörung entgegen. "Wir haben keine Zweifel daran, dass Weidenfeller die Wahrheit sagt", kommentierte Borussias Sportdirektor Michael Zorc. Auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sieht nach Rücksprache mit Weidenfeller keinen Grund für eine Bestrafung: "Mir ist die zeitliche Abfolge suspekt. Nach dem Abpfiff war Asamoah locker und flockig. Das ist nicht die typische Reaktion von einem, der grob beleidigt worden sein soll. Mehrere Stunden später berichtet er dann, als schwarzes Schwein bezeichnet worden zu sein."

Darüber hinaus nahm Watzke Anstoß an der Erklärung von DFB-Chef Theo Zwanziger zu den Rassismusvorwürfen: "Ich sage ganz deutlich, dass mir dieses Statement von Theo Zwanziger überhaupt nicht gepasst hat. Ich habe sehr viel Respekt vor ihm, aber man muss bei solch erheblichen Vorwürfen ein bisschen Fingerspitzengefühl haben. Da muss sich der DFB-Präsident nicht schon so diffizil äußern und mit einer Diktion herangehen, die mir persönlich nicht gefallen hat", sagte Watzke der "Welt". Er forderte alle Beteiligten zu mehr Zurückhaltung auf: "Ich warne vor Vorverurteilungen."

DFB für harte Strafe

Zwanziger war am Sonntag in einer DFB-Mitteilung so zitiert worden: "Der DFB verurteilt rassistische Vorfälle jeder Art und wird sie konsequent bestrafen. Zunächst einmal muss in diesem konkreten Fall aber der Sachverhalt durch den Kontrollausschuss geklärt werden, bevor ich eine wertende Beurteilung vornehmen kann."

Auch Gunter A. Pilz, Mitglied der Task Force Rassismus beim DFB und Vorsitzender der DFB-Expertengruppe "Für Toleranz, gegen Rassismus", forderte im Tagesspiegel eine "knallharte Strafe" für Weidenfeller, sollten sich die Vorwürfe bestätigen. (mit dpa)

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