Sport : Rassistische Fans: Verfahren gegen Rostock

Til Knipper

Berlin - Der Anti-Rassismus-Spot des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird auch am 7. Oktober beim Länderspiel Deutschland gegen Georgien auf der Anzeigentafel in Rostock zu sehen sein. „Fußball ist nicht weiß, nicht schwarz und schon gar nicht braun – Fußball ist bunt“, erklärt darin der Schauspieler Peter Lohmeyer stellvertretend für alle Fans. Dass dies, auch in Rostock, immer noch dringend notwendig ist, zeigen die rassistischen Beleidigungen der Hansa-Fans gegen Nationalspieler Gerald Asamoah beim DFB-Pokalspiel zwischen Hansa Rostock II und Schalke 04 (1:9). Bei jedem Ballkontakt Asamoahs hatte es am Samstag rassistische Sprechchöre aus dem Hansa-Fanblock gegeben.

Nachdem Schiedsrichter Matthias Anklam einen Sonderbericht vorgelegt hatte, ermittelt der DFB-Kontrollausschuss seit gestern gegen Hansa Rostock. „Zunächst wurde eine Stellungnahme von Gerald Asamoah angefordert“, sagte DFB-Sprecher Harald Stenger. Davon hinge das weitere Vorgehen ab. Asamoah hatte nach dem Spiel gesagt: „Ich dachte diese Zeiten seien vorbei. Das hat mich verletzt.“

Hansa Rostock distanzierte sich entschieden von den Beleidigungen. „So etwas hat es hier seit Jahren nicht gegeben“, sagte Pressesprecher Axel Schulz. „Manager Stefan Studer hat sich sofort bei Asamoah entschuldigt.“

In dem Verfahren könnte zum ersten Mal eine neue Anti-Diskriminierungs-Vorschrift zur Anwendung kommen, die der DFB am Freitag auf seinem Bundestag in die Statuten aufgenommen hat. Danach wird bei derartigen Vorfällen eine Geldstrafe von mindestens 18 000 Euro und eine Platzsperre für ein Pflichtspiel verhängt. Auch im Pokal wären Rostocks Amateure disqualifiziert worden, wenn sie nicht ohnehin gegen Schalke verloren hätten.

Ähnliche Vorfälle beim Länderspiel befürchtet Stenger aber nicht: „Das Länderspiel-Publikum ist ein anderes als das von Hansa Rostock II.“

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