• Rauchen Sie immer noch Ihre geliebten Zigarillos? Leipzigs Trainer Dragoslav Stepanovic im Gespräch

Sport : Rauchen Sie immer noch Ihre geliebten Zigarillos? Leipzigs Trainer Dragoslav Stepanovic im Gespräch

Rauchen Sie immer noch Ihre geliebten Zigarillos?

Dragoslav Stepanovic (50) bestritt 34 Länderspiele für Jugoslawien und war zweimal Fußballer des Jahres in seinem Geburtsland. In der Bundesliga trug der Abwehrspieler Stepanovic von 1976 bis 1978 das Trikot der Frankfurter Eintracht. Seit der Vorsaison trainiert "Stepi" den VfB Leipzig, mit einem 10-Millionen-Etat der Krösus der Liga. Mit Stepanovic sprach Karsten Doneck.

Rauchen Sie immer noch Ihre geliebten Zigarillos?

Bei den Spielen rauche ich überhaupt nicht mehr. Das habe ich mir abgewöhnt, weil ich für die Spieler ein schlechtes Beispiel war. Aber nach einem guten Essen zünde ich mir schon noch den ein oder anderen von diesen langen Stängeln an.

Also kommen von Dragoslav Stepanovic nur noch sehr wenig Dampfwolken?

Den Dampf muss ich ja meiner Mannschaft machen.

damit sie am Ende der nächsten Saison aufsteigt. Der VfB Leipzig gilt als Topfavorit in der Regionalliga Nordost. Teilen Sie diese Einschätzung?

Mit der Favoritenrolle kann ich leben. Ich habe mit meinen Mannschaften schließlich fast immer um die Spitze gespielt. Und der VfB Leipzig ist ein großartiger Verein. Der gehört einfach nach oben. Ich werde mein Bestes geben, damit er dort auch hinkommt.

Was lief in der Vorbereitung nicht so zu Ihrer Zufriedenheit ab?

Wir haben viele neue Leute hinzu bekommen. Die zu einer Einheit zu formen, daran klemmt es im Moment noch ein bisschen, schon allein wegen der Sprachbarrieren bei Einigen. Erst wenn fünf, sechs Spiele gelaufen sind, wird sich zeigen, ob wir der Favoritenstellung auch gerecht werden können. Meine erste Aufgabe sehe ich darin, in der Hinrunde einen stabilen Platz unter den ersten Sechs in der Tabelle zu finden - und dann sehen wir weiter.

Sie haben viele Jahre im Rampenlicht des "großen Fußballs" gestanden. Was hat Sie eigentlich dazu veranlasst, in die dritte Liga abzutauchen?

Mein letztes Spiel mit Bayer Leverkusen habe ich in Leipzig 3:2 gewonnen. Dabei habe ich die Bedingungen kennen gelernt, unter denen in Leipzig gearbeitet wird: Es gibt sechs Rasenplätze, eine große Sporthalle und ein kleines Stadion - alles sehr schön. Leipzig ist eine Messestadt und der VfB ein Verein mit großer Vergangenheit. Und die wollen unbedingt aufsteigen. Das alles zusammen hat mir die Entscheidung, zum VfB Leipzig zu gehen, nicht schwer gemacht.

Viele Vereine behaupten, in der neuen Saison werde nach Roulette-Art gespielt: Alles oder Nichts. Denn die derzeit vier Regionalligen werden am Ende der Spielzeit zu zwei Ligen zusammengefasst. Ist diese Reduzierung der richtige Schritt zur richtigen Zeit?

Ja, denn man muss ja dem allgemeinen Trend folgen. Der Fußball nimmt immer mehr Zeit und Raum im normalen Leben ein. Da ist es doch vollkommen normal, dass man auch die dritten Ligen aufwerten und so interessant wie möglich gestalten möchte. In Zukunft werden in der dritten Liga viel häufiger Mannschaften aufeinandertreffen, die man kennt, die Tradition und einen guten Namen haben. Es könnte natürlich sein, dass das am Anfang vielleicht noch nicht so großen Zuspruch findet, aber das kommt mit der Zeit.

Aber wäre es nicht gerechter gewesen, für die Qualifikation zur dritten Liga eine Wertung einzuführen, die das Abschneiden der Mannschaften aus den letzten zwei oder drei Spielzeiten mit einbezieht?

Ich habe mich mit dem Problem noch nicht so ausführlich beschäftigt. Aber da haben sich beim DFB Leute mit befasst, die haben schon genug überlegt und das Pro und Contra genau abgewägt. Aber es ist wie im richtigen Leben: Hinterher wird man immer schlauer sein. Für mich ist im Augenblick auch nur wichtig: Der Sechste aus unserer Regionalliga geht hoch, der Siebente kann es über eine Qualifikation mit einem Oberligisten auch noch schaffen.

Wie lange hält es ein Stepanovic eigentlich noch als Trainer in der dritten Liga aus?

Ach, wissen Sie, ich werde schon keine Schwierigkeiten haben, mal wieder einen erstklassigen Klub zu trainieren. Der Trend geht mal rauf, mal runter. Das ganze Leben lang ist das doch so.

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