Sport : Raul ist die Rettung

Schalke schafft noch ein 2:2 gegen Gladbach

Richard Leipold[Gelsenkirchen]
Diese Investitionen rentieren sich. Raul (links) und Klaas-Jan Huntelaar trafen erstmals beide für Schalke. Foto: dpa Foto: dpa
Diese Investitionen rentieren sich. Raul (links) und Klaas-Jan Huntelaar trafen erstmals beide für Schalke. Foto: dpaFoto: dpa

Felix Magath, der Trainer des FC Schalke 04, erinnerte zuletzt an einen Puzzlespieler. Er probierte alles Mögliche aus, aber die Teile – in diesem Fall die vielen neuen Spieler – passten nicht so zusammen, wie Magath sich das vorstellt. Nach dem ersten Saisonsieg in Freiburg waren die Schalker zuversichtlich, dass nun allmählich zusammenwächst, was zusammengehört. Beim 2:2 (0:2) gegen Borussia Mönchengladbach setzte sich der Trend am Sonnabend allerdings erst in der zweiten Halbzeit fort, als Schalke eine beherzte Aufholjagd startete.

Filip Daems und Michael Bradley hatten Gladbach zunächst einen Zwei-Tore-Vorsprung verschafft, die beiden Stürmerstars Klaas-Jan Huntelaar und Raul zwei Minuten vor Schluss verhalfen dem Revierklub zum Ausgleich. Bei ihrer Schlussoffensive profitierten die Schalker auch von dem Platzverweis, den Schiedsrichter Peter Gagelmann in der 78. Minute gegen den Gladbacher Abwehrspieler Roel Brouwers verhängt hatte. „In der ersten Halbzeit haben wir leider nicht so gespielt, wie ich mir das vorstelle, da haben wir zu wenig Mumm gezeigt“, sagte Magath. „In der zweiten Halbzeit haben wir das andere Gesicht unserer Mannschaft gesehen. Auf dieser Leistung müssen wir aufbauen, dann werden wir die nächsten Spiele gewinnen.“ Auch sein Gegenüber Michael Frontzeck zeigte sich zufrieden. Er sprach seiner Mannschaft „ein Riesenkompliment“ aus. Sie sei zwar zeitweise „gewaltig unter Druck geraten“, habe aber „wieder Boden unter den Füßen bekommen“.

Die Gladbacher waren ins Spiel gegangen, als hätten sie nicht wenige Tage zuvor die dritte empfindliche Niederlage nacheinander erlitten. Unbeeindruckt von den jüngsten Ereignissen verrichteten sie akkurat ihre Arbeit und ließen Schalke eine halbe Stunde lang nicht ins Spiel kommen. Nach 15 Minuten drang Raul Bobadilla in den Schalker Strafraum ein und wurde von Benedikt Höwedes mit einem Stoß zu Boden geschickt. Der Schiedsrichter wertete die ungeschickte Abwehraktion des Gelsenkircheners als Foul und erkannte auf Elfmeter. Kapitän Daems nutzte den Strafstoß zum 1:0-Führungstreffer für die Borussen. Die Schalker brauchten eine Weile, um sich von diesem Rückschlag zu erholen. Und als sie gerade langsam anfingen, sich in der Nähe des gegnerischen Tores wohlzufühlen, bekamen sie prompt den nächsten Schlag versetzt. Mittelfeldspieler Michael Bradley vollendete einen klugen Gegenstoß alter Gladbacher Schule mit dem zweiten Tor.

Doch die Schalker kehrten entschlossen zur zweiten Hälfte auf den Rasen zurück und übten sofort Druck aus. Schon drei Minuten nach Wiederbeginn bot sich Höwedes die große Chance zum Ausgleich. Wenig später zeigte Huntelaar abermals, dass er ein verlässlicher Torjäger ist: Wie schon in den beiden Partien zuvor gelang ihm ein Treffer.

Für Gladbach wurde das Spiel mehr und mehr zur Abwehrschlacht, dennoch ließen die Borussen bei vereinzelten Kontern ihre Gefährlichkeit aufblitzen, so etwa bei Reus’ Schreckschuss, der mit Wucht gegen die Latte prallte. Die Chancen der Schalker stiegen, als Brouwers seine eigene Mannschaft schwächte – er attackierte den davoneilenden Huntelaar rücksichtslos mit gestrecktem Bein und sah dafür die Rote Karte. Diesen Vorteil ließen die Gelsenkirchener nicht ungenutzt. Raul setzte sich kurz vor dem Abpfiff im Strafraum gegen mehrere Verteidiger durch und erzielte mit seinem ersten Bundesligator überhaupt den Ausgleich. Dann wollten die Schalker auch noch den Sieg. Den bekamen sie nicht mehr, dafür aber viel Beifall für ihre Aufholjagd.

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