Sport : Raus aus dem Traumjob

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Das jähe Ende von Werder Bremens Trainer-Methusalem Thomas Schaaf hat den Deutschen Fußball-Bund erreicht. Als Schaafs Nachfolger hat sich Werder den DFB-Sportdirektor und früheren Bundesligatrainer Robin Dutt ausgeguckt, der prompt beim DFB um Freigabe gebeten hat. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn vor nicht mal einem Jahr schon Dutts Vorgänger Matthias Sammer den DFB-Posten gegen den beim FC Bayern eingetauscht hätte. Was treibt die Leute weg vom DFB?

Sportdirektor beim 6,8-Millionen-Verband ist eigentlich ein Traumjob; krisensicher und mit hervorragenden Erfolgsaussichten. Der DFB schwimmt im Geld. Davon wird jede Menge in den Nachwuchs gesteckt. Ein paar Prachtexemplare dieser Arbeit werden morgen im Champions-League-Finale zu bestaunen sein. Aber da gibt es auch einen mächtigen Joachim Löw und Oliver Bierhoff, die schon da waren, als es beim DFB noch keinen Sportdirektor gab. Und so endet das Wirkungsfeld des Sportdirektors vor der Tür zur Nationalmannschaft.

Der DFB hat nun erneut eine zentrale Figur verloren, aber mithin die Gewissheit, sich zumindest gute Leute geangelt zu haben. Als Sportdirektor sind Praktiker gefragt, auch wenn man so in Konkurrenz zur Bundesliga steht. Der Verband sollte das beibehalten, aber über eine Strukturreform nachdenken.

Die Alternative für den DFB hätte Bernhard Peters geheißen. Den wollte Jürgen Klinsmann 2006 anstelle von Sammer installieren. Doch ein Hockeytrainer war der DFB-Spitze suspekt. Vermutlich aber wäre Peters noch heute Sportdirektor beim DFB. Peters ging 2006 dann zur TSG Hoffenheim. Und ist heute noch da.

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