Sport : Rauswurf per Videotext Wie Kathrin Weßel erfuhr, dass sie nicht im Kader ist

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Kathrin Weßel hatte Pech. Eine Verletzung stoppte die Berliner Marathonläuferin des SCC im Frühjahr. In der Folge gewann sie zwar den Regensburg-Marathon, merkte aber im Training, dass die Form für das 42,195 km lange EM-Rennen durch München nicht gut genug sein würde. „Ich wollte bei der EM nur an den Start gehen, wenn ich wirklich 100 Prozent in Form gewesen wäre“, sagt Kathrin Weßel, die mit dieser Begründung dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) ihren Startverzicht mitteilte. Die Funktionäre reagierten pikiert: Kathrin Weßel wurde aus dem B-Kader geworfen, was den Verlust finanzieller Unterstützung und materieller Hilfen zur Folge hat.

Von dem Rausschmiss erfuhr die Athletin im Videotext, erst danach erreichte sie eine schriftliche Mitteilung vom Verband. „Wir haben Sie zeitnah informiert“, sagt DLV-Sportwart Rüdiger Nickel. „Wenn sie es erst aus dem Videotext erfahren hat, ist das unglücklich.“ – „Ich kann den DLV zwar irgendwie verstehen, aber die Art und Weise finde ich unmöglich“, sagte Kathrin Weßel, die im vergangenen Jahr beim Berlin-Marathon als Dritte in 2:28:27 Stunden persönliche Bestzeit gelaufen war und nun bei diesem Rennen am 29. September Deutsche Meisterin werden möchte.

Marathonläufer leben mit dem Manko, dass sie aufgrund der großen Belastung in der Regel nur zweimal im Jahr starten können. Starts müssen also gut überlegt sein. jöwe

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