Razzia bei Kölner Ultras : Polizei findet "umfangreiches Beweismaterial"

Nach dem Überfall auf Gladbacher Fans am 4. März hat die Polizei bei die Kölner Ultra-Fangruppierung "Wilde Horde 1996" eine Razzia durchgeführt - auf die auch der 1. FC Köln umgehend reagierte.

Die Polizei fand bei ihrer Razzia nicht nur Jacken.
Die Polizei fand bei ihrer Razzia nicht nur Jacken.Foto: dapd

Am Donnerstagmorgen sind sowohl das Klubheim als auch mehrere Wohnungen von 21 mutmaßlichen Mitgliedern des Fanklubs des Bundesligisten 1. FC Köln im Rheinland und Rheinland-Pfalz durchsucht worden. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, haben Staatsanwaltschaft und Polizei im Rahmen der Ermittlungen gegen Mitglieder der Ultra-Gruppe „umfangreiches Beweismaterial aufgefunden“.

Sichergestellt wurden demnach zahlreiche Pyrotechnik-Utensilien wie bengalische Feuer sowie ein Schießkugelschreiber zum Abschuss von Pyrotechnik, allesamt nach dem Sprengstoffgesetz verboten. Außerdem beschlagnahmten die Ordnungshüter Rauschgift in nicht geringer Menge, diverse Schlagwerkzeuge, Vermummungsgegenstände und Farbdosen. 18 Beschuldigte wurden im Anschluss der Hausdurchsuchungen auf dem Polizeipräsidium verhört und nach den Befragungen wieder entlassen.

Noch am Nachmittag reagierte der 1. FC Köln auf die neuen Erkenntnisse und entzog der Gruppierung den Fanclub-Status. „Angesichts der aktuell im Raume stehenden massiven Vorwürfe gegen Mitglieder der 'Wilden Horde 1996' und weiterer Vorfälle in der Vergangenheit müssen sich alle Mitglieder jetzt die Frage stellen, ob sie ihre Mitgliedschaft in der Gruppierung aufrechterhalten wollen oder ob sie durch eine Kündigung ein klares Signal der Distanzierung senden möchten“, sagte FC-Geschäftsführer Claus Horstmann.

Dem FC wurden durch die Ermittlungen elf weitere Tatverdächtige bekannt, die laut Horstmann mit einem langjährigen bundesweiten Stadionverbot und im Falle der Mitgliedschaft mit einem Vereinsausschlussverfahren rechnen müssen. Zudem forderte Horstmann die verantwortlichen staatlichen Organe auf, ein Verbotsverfahren nach dem Vereinsrecht zu prüfen.

Am 4. März sollen Mitglieder der „Wilden Horde 1996“ auf dem Rückweg vom Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim einen Fan-Reisebus des rheinischen Rivalen Borussia Mönchengladbach auf der Autobahn A 3 ausgebremst und abgedrängt und schließlich auf einem Rastplatz mit Pflastersteinen und Knüppeln attackiert haben. Die Polizei ermittelt gegen neun Kölner Anhänger unter anderem wegen Nötigung, Bedrohung, Sachbeschädigung und Landfriedensbruch. (dapd)

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben