Sport : Razzien bei Rad-Teams in Italien

Katjuscha und Lampre im Visier der Fahnder

Rom - Bei einer groß angelegten Anti-Doping-Operation hat die italienische Polizei die Rad-Teams Katjuscha und Lampre ins Visier genommen. Wie beide Rennställe bestätigten, erhielten sie am Donnerstag Besuch von Fahndern.

Katjuscha händigte den Ermittlern medizinische Unterlagen von fünf russischen Fahrern aus. Vier der Profis stehen aktuell bei dem Team unter Vertrag, das sein Hauptquartier am Gardasee hat. Der fünfte Fahrer fährt inzwischen für ein anderes Team.

Ein Sprecher von Lampre bestätigte, dass die Hotelzimmer der Fahrer Michele Scarponi und Leonardo Bertagnolli von der Polizei während eines Trainingslagers am Ätna durchsucht wurden. Es seien allerdings keine illegalen Substanzen gefunden worden.

Scarponi gilt als einer der Favoriten für den am 7. Mai startenden Giro d’Italia. Der Italiener war bereits im Zuge der spanischen Dopingaffäre um den Arzt Eufemiano Fuentes im Jahr 2007 nach einem Geständnis für 18 Monate gesperrt worden. Das Lampre-Team steht zudem im Fokus einer anderen Doping-Untersuchung, in der gegen 32 aktuelle und ehemalige Fahrer ermittelt wird.

Ein Sprecher des Teams Katjuscha bestritt Meldungen, dass die Räume des Teams am Donnerstag durchsucht worden seien und kündigte volle Kooperation an. „Wir werden uneingeschränkt mit den Ermittlern zusammenarbeiten und haben alle geforderten Dokumente überreicht“, sagte der Teamsprecher. Katjuscha stehe nicht im Zentrum der Ermittlungen.

Prominentester Fahrer des Teams ist der Italiener Danilo Di Luca. Der vor der Saison verpflichtete Kletterspezialist war 2009 beim Giro d'Italia positiv auf das Blutdopingmittel Cera getestet worden. Seine zweijährige Sperre wurde aufgrund einer umfassenden Zusammenarbeit mit den Ermittlern auf neun Monate reduziert.

Die Operation wurde von der Staatsanwaltschaft Padua in Zusammenarbeit mit der Drogenfahndung durchgeführt. Italienische Medien hatten berichtet, dass rund 1000 Beamte landesweit im Einsatz waren, was die Behörden jedoch als absurd bezeichneten. dpa

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