RB Leipzig nach Verpflichtung von Davie Selke : Nächstes Ziel Thomas Tuchel

RB Leipzig sendet mit der Verpflichtung von Davie Selke ein starkes Signal an die Konkurrenz - und potentielle Neuzugänge. Kommt jetzt auch noch Thomas Tuchel als neuer Trainer ?

Ullrich Kroemer
Bald Seite an Seite? Thomas Tuchel (l.) und RB-Manager Ralf Rangnick. Foto: imago
Bald Seite an Seite? Thomas Tuchel (l.) und RB-Manager Ralf Rangnick.Foto: imago

Die Fans von RB Leipzig versuchten sich am Mittwoch an einigen abgedrehten Aprilscherzen: Eine Fan-Webseite meldete, dass der Gästeblock in der Leipziger Red-Bull-Arena wegen der ständigen Boykotte gegnerischer Anhänger künftig abgeschafft werde. Anderswo hieß es: „Transferbombe bei den Roten Bullen geplatzt!“ Niemand Geringeres als „Gott selbst“ werde in der kommenden Saison „auf ausdrücklichen Wunsch von Dietrich Mateschitz“ für 25 Millionen Euro zu RB Leipzig wechseln: Zlatan Ibrahimovic.

Nun war das Timing für derlei Scherze nicht gerade glücklich, da zur gleichen Zeit tatsächlich eine sogenannte Transferbombe platzte. Dass der Bremer Bundesligaprofi Davie Selke, 20, für geschätzt acht Millionen Euro plus weitere zwei Millionen Aufstiegsbonus nach Leipzig wechselt, ist kein Witz und macht ihn nach Lage der Dinge in der kommenden Spielzeit zum teuersten Zweitligaspieler der Geschichte. Das Millionen-Paket für den Fünfjahresvertrag des gebürtigen Schwaben ist auch für die Verhältnisse von RB Leipzig eine stattliche Investition.

Ralf Rangnick schwärmt von Davie Selke

Bis zum Winter hatte Rasenballsport-Manager Ralf Rangnick eher defensiv in das Prestigeprojekt investiert. Als RB nach der Hinrunde ins Mittelmaß abrutschte, verpflichtete Rangnick für etwa zehn Millionen Euro die Stürmer Emil Forsberg und Omer Damari. Ein Paradigmenwechsel, der nun durch Selkes Wechsel forciert wird. In Selke sieht der 56-jährige Rangnick den zentralen Stürmer der Zukunft – auch in der Nationalmannschaft. „Davie Selke ist einer der wenigen Spieler, der noch den klassischen Mittelstürmertypus verkörpert – groß, schnell, dynamisch, torgefährlich“, schwärmt Rangnick. RB-Mittelfeldtalent Joshua Kimmich kennt Selke aus dem DFB-Nachwuchs. Im Sommer sind beide gemeinsam U-19-Europameister geworden. „Er hat etwas, was RB hilft: Er schießt Tore“, sagt Kimmich.

Wie die Fans in der Zweiten Liga gegen RB Leipzig protestieren
Gleich im ersten Auswärtsspiel der Zweitligasaison bei 1860 München gab es spruchbandtechnisch ordentlich auf die Hörner für die Roten Bullen. Foto: ImagoWeitere Bilder anzeigen
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Thomas Tuchel will sich noch diese Woche entscheiden

Doch Selke besitzt mehr als rein sportlichen Wert für die Leipziger. Er nutzt der sächsischen Red-Bull-Fußballfiliale schon jetzt, da er noch für Bremen spielt. Mit dem Transfer des 20-Jährigen sendet Rangnick starke Signale an mehrere Adressaten: den dringend gesuchten Trainer für die neue Saison, potenzielle neue Spieler, die Konkurrenz sowie den eigenen Kader. Spieler à la Selke passen schließlich perfekt in das Anforderungsprofil des heiß begehrten Thomas Tuchel. Der will sich laut „Leipziger Volkszeitung“ noch in dieser Woche entscheiden, RB Leipzig soll neben dem HSV weiter im Rennen sein.

RB Leipzig positioniert sich weiter als Adresse für Toptalente

Über die Trainerfrage hinaus besitzt Selke genügend Strahlkraft, um weitere Toptalente nach Leipzig zu lotsen – oder welche im Klubkonglomerat zu halten. Dass Red Bull bei Kevin Kampl (nach Dortmund) und Joshua Kimmich (zum FC Bayern) den Kürzeren gezogen hat, war nicht im Sinne von Rangnick. Durch den Überraschungscoup mit Davie Selke ist Rangnicks Anspruch, RB zu einer der ersten Adressen für die besten Talente des Landes zu entwickeln, wiederhergestellt. Auf den 1. April konnte Rangnick dabei keine Rücksicht nehmen.

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