RB Leipzig : Ralf Rangnick und das Erbe des Unantastbaren

RB Leipzig versucht sich weiter an der kniffligen Aufgabe, einen Nachfolger für Ralf Rangnick zu finden. Es spricht auch vieles für einen jungen Mann.

Geblendet vom Erfolg? Ralf Rangnicks Position bei RB Leipzig ist unumstritten – nur eine Doppelfunktion als Trainer und Sportdirektor will er sich nicht mehr antun. Foto: dpa/Woitas
Geblendet vom Erfolg? Ralf Rangnicks Position bei RB Leipzig ist unumstritten – nur eine Doppelfunktion als Trainer und...Foto: dpa

Die Fahndung geht weiter, aber zumindest das Profil ist schon mal abgesteckt. Gesucht wird ein junger, dynamischer Mann mit dem Fachgebiet Fußball, der sich ab Sommer am künftigen Erstliga-Standort Leipzig verdingen möchte. Und genau das ist auch der Haken: Das Erbe von Ralf Rangnick als Cheftrainer von RB Leipzig zu übernehmen, wird eine knifflige Aufgabe. Nicht nur, weil er als Sportdirektor über dem Übungsleiter thronen wird, sondern auch, weil Rangnicks Einfluss als Förderer und Mentor auf die von ihm verpflichteten Spieler enorm ist und in wenigen Wochen sein dritter Erstliga-Aufstieg nach 2002 (Hannover 96) und 2008 (TSG Hoffenheim) hinter dem 57-Jährigen liegen könnte.

Der Vorstandsvorsitzende der Leipziger, Oliver Mintzlaff, betont, sein Verein strebe eine hochkarätige Lösung an. Im vergangenen Sommer hatte der ehemalige Langstreckenläufer nach der Absage von Thomas Tuchel Rangnick selbst als „The best man of the Job“ präsentiert.

Diese Lösung scheint nun nicht ganz ausgeschlossen, obwohl sich Rangnick, 2011 beim FC Schalke wegen eines Burnout-Syndroms zurückgetreten, diese Doppelbelastung ab Sommer eigentlich nicht mehr antun will. Am Montag, im nächsten Zweitliga-Spiel der Leipziger bei Fortuna Düsseldorf, sitzt er jedoch in jedem Fall auf der Bank.

Was macht die Suche so schwierig, warum wurde noch kein Trainer präsentiert?

Der potenzielle Nachfolger von Rangnick könnte derzeit noch bei einem anderen Verein unter Vertrag stehen – sonst hätte der Aufstiegsaspirant die Lösung wohl längst bekanntgegeben. „Es hat sich nichts geändert. Außer, dass wir sicher sind, zu dem Zeitpunkt, da wir wissen, in welcher Liga wir spielen, den Trainer bekanntzugeben“, sagt Mintzlaff. Auch Rangnick gibt sich völlig entspannt. „Es gab weder vor zwei Tagen, noch vor zwei Wochen, noch vor zwei Monaten eine Absage eines Trainers. Wir wissen ganz genau, wen wir wollen und haben dafür einen klaren Zeitplan“, sagte er am Freitag.

Allerdings verblüffte zuletzt die Uneinigkeit, wenn es um Markus Weinzierl ging. Den Namen und die Absage plauderte Mintzlaff aus und reagierte damit auf einen entsprechenden „Sport1“-Bericht. Minuten später verwies Rangnick auf den bis 2019 laufenden Vertrag von Weinzierl in Augsburg und sagte: „Wir haben bis jetzt nicht gesagt, mit wem wir verhandeln, und wir werden es auch künftig nicht tun.“ Beide Seiten – RB und Weinzierl – reklamierten die Absage schließlich für sich. „Wir haben lediglich einen Namen von unserer Shortlist gestrichen. Wir befinden uns weiter in guten Gesprächen. Zur neuen Saison werden wir eine 1a-Lösung präsentieren“, sagt Mintzlaff.

Sollte es keinen Hochkaräter geben, spricht vieles für einen jungen Mann unter Rangnicks Führung, zumal ein gestandener Erstliga-Coach auch eigene Transferwünsche einbringen würde. Doch die von Rangnick vorgegebene und in allen RB-Filialen praktizierte sportliche, wissenschaftliche und medizinische Ausrichtung mit dem offensiven Pressing und dem auf hohem Tempo basierenden laufintensiven Spiel mit jungen, technisch brillanten Spielern ist unantastbar. Tsp/dpa

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