RB Leipzig vor Aufstieg in die 2. Bundesliga : Sie können die Brause kaltstellen

RB Leipzig besiegt Darmstadt 1:0 und steht vor dem Aufstieg in die Zweite Liga. Der viel diskutierte Klub würde so die nächste Stufe im Erfolgsplan erreichen.

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Nah am Ziel: Leipziger Spieler bedanken sich nach ihrem 1:0 Sieg über Darmstadt bei ihren Fans.
Nah am Ziel: Leipziger Spieler bedanken sich nach ihrem 1:0 Sieg über Darmstadt bei ihren Fans.Foto: dpa

Wenn in der Dritten Liga fast 40 000 Zuschauer kommen, kann das entweder nur mit großer Tradition zu tun haben – oder mit RB Leipzig. Diese Kulisse ist Vereinsrekord. Aber an einer Zahl wie dieser ist der Klub nur nebenbei interessiert. Mit einem überzeugenden 1:0 ist RB Leipzig am Sonnabend der großen Fußballbühne nur fünf Jahre nach Vereinsgründung einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Im Spitzenspiel hatten die Tabellenzweiten aus Sachsen die vor dem Spiel nur einen Platz und einen Punkt hinter ihnen platzierte Überraschungsmannschaft des SV Darmstadt 98 empfangen. Die Relegation haben beide Teams bereits sicher. Den zwei Spielen, womöglich gegen Dynamo Dresden, würden gerade die Leipziger gern aus dem Weg gehen.

Nach gut zehn Minuten setzte sich Leipzig erstmals vor dem gegnerischen Tor fest. Einem Pfostentreffer aus 20 Metern folgte prompt das Führungstor durch Linksverteidiger Anthony Jung. Bereits eine Stunde vor dem Spiel hatten die Darmstädter Fans versucht, gegen die Popmusik aus den Lautsprechern anzusingen: "Ohne Red Bull wärt ihr gar nicht da." Doch die Stadionregie hielt dagegen. Die auf der Videoleinwand gezeigten Clips warben alle für das selbe Produkt: die österreichische Brause. Energisches zeigt RB auch auf dem Rasen, und die Darmstädter spielen mit. Die Zweikämpfe sind hart, Schiedsrichter Kinhöfer muss oft eingreifen. Nach dem Rückstand kommen die Gäste seltener zu Chancen, kurz vor der Pause entschärft RB-Torhüter Coltorti noch einen kreuzgefährlichen Kopfball von 98er Sirigu.

Zorniger: "Haben einen klaren Plan"

RB will ein normaler, wenn auch überdurchschnittlich erfolgreicher Verein sein. Fragen zum Sponsoringmodell und zum Reizthema Tradition mochte der Klub rund ums Spiel nicht beantworten. "Wir haben einen klaren Plan, wie wir gegen Darmstadt spielen wollen", sagte Trainer Alexander Zorniger. Der übergeordnete Plan ist einfach. Wie sonst nur Bayern München hatte man sich früh auf ein Saisonziel festgelegt. Ein Jahr muss für die Dritte Liga reichen.

Das Spiel gegen Darmstadt wurde durchaus hitzig geführt. Offensiv wie in der ersten Halbzeit begann RB auch die zweite. Da die Hessen jetzt das Spiel machen mussten, hatte die Leipziger Offensive mehr Platz für schnelle Konter. Doch trotz einiger klarer Tormöglichkeiten für Leipzig blieb es beim knappen und doch verdienten 1:0. Der Jubel nach dem Abpfiff klang schon verdächtig nach Aufstieg. Trainer Zorniger sagte: "Noch sind neun Punkte zu vergeben, das ist viel Holz." Im deutschen Fußball wird man sich wohl, Tradition hin, Brause her, an die Bullenkicker gewöhnen müssen. Stadt, Stadion und Etat sind reif für die große Bühne. Die Kulisse ist es an diesem Tag auch, die Mannschaft wird das in der Zweiten Liga noch beweisen müssen. Dort träfe sie auch auf den 1. FC Heidenheim, der schon offiziell aufgestiegen ist.

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