Reaktionen : „Verdienter Sieg“ - Stimmen zum deutschen Spiel

Bundestrainer Löw lobte tolle Kombinationen, Torschütze Podolski freute sich über die drei Punkte. Polens Trainer Beenhakker sah trotz der Niederlage eine gute Leistung, Ministerpräsident Tusk fehlte nur ein wenig Glück.

Ascona/KlagenfurtNach dem 2:0-Erfolg gegen Polen am Sonntagabend herrschte in der deutschen Mannschaft gestern große Zufriedenheit. Die Stimmung nach dem Spiel war gut, war gelöst und sehr freudig“, sagte der Bundestrainer Joachim Löw. Auch er selbst zeigte sich sehr einverstanden mit dem Auftritt der seiner Elf: „Die Mannschaft hat sehr gut gespielt, war ein Team und hatte den Fokus, das Spiel zu gewinnen“, lobte Löw. Auch wenn noch nicht alles perfekt gelaufen sei, habe die Mannschaft viele Dinge hervorragend umgesetzt und vor allem in der ersten Halbzeit „tolle Kombinationen“ gezeigt. "In der ersten Halbzeit haben wir viel Druck erzeugt, uns dann aber zu weit fallen lassen. Der Gegner konnte den Spielaufbau stören. Es ist immer gefährlich, wenn man 1:0 führt. Michael Ballack war kämpferisch und läuferisch sehr stark. Er ist schon jemand, an dem sich andere Spieler aufrichten können. Die Abwehr hat heute sehr stabil gewirkt, sie haben bis auf wenige Phasen alles hervorragend gelöst.“ Die Mannschaft habe „den Sieg verdient“, sagte Löw und betonte die Bedeutung des Erfolges: „Das erste Spiel zu gewinnen, ist immer besonders wichtig bei einem Turnier. Das gibt Sicherheit, gibt Selbstvertrauen.“ Denn: „Das war erst der Beginn. Eine EM ist ein Marathon.“

Polens Trainer Leo Beenhakker tröstete seine Mannschaft: „Ich glaube, dass wir die meiste Zeit des Spiels gut mit den Deutschen mitgehalten haben. Wir hatten beim ersten Tor ein schlechtes Gefühl: War es Abseits oder nicht? Deutschland hat immer Leute, die sehr gut auf Konter spielen können. Wir sind sehr enttäuscht, aber ich hoffe, dass das normal ist. Wir hatten einige Möglichkeiten, ich dachte, dass es zum Unentschieden reichen könnte. Beenhakker benannte aber auch einen Mangel seiner Mannschaft: „Unser Team kann gut spielen als Team, aber wir haben nicht so viele Spieler, die den Unterschied machen können wie Italien oder Deutschland“, sagte er. Doch er blieb optimistisch: „Das Turnier ist für uns noch offen. Wir haben es weiter in eigener Hand. Ich bin sicher, dass wir gegen Österreich wieder bereit sein werden. Und hoffentlich macht Deutschland das gegen Kroatien, was sie heute gemacht haben.“

Lukas Podolski, dessen zwei Tore das Spiel für die Deutschen entschieden hatte, stellte nach Abpfiff nüchtern fest: „Wichtig ist, dass wir gewonnen haben und die drei Punkte haben. Wir haben ein gutes Spiel hingelegt, und jetzt muss es weitergehen. Das war nur der erste Schritt. Gegen Kroatien wird es noch schwerer.“

Deutschlands Mannschafttskapitän Michael Ballack sagte: „Ein Sieg zum Turnierstart gibt immer Selbstvertrauen. Wir waren hochkonzentriert und haben wenig Fehler gemacht. Wir hätten auch das ein oder andere Tor mehr machen können. Dann haben wir Polen zu viel Ballbesitz gestattet, aber im richtigen Moment nachgelegt. Insgesamt haben wir verdient gewonnen.“ Der Einsatz von Podolski im linken Mittelfeld habe sich bezahlt gemacht: „Heute ist das mit Poldi auf links voll aufgegangen.“ 

Polens Mittelfeldspieler Mariusz Lewandowski trauerte der Chance aus der 36. Sekunde nach, als Jacek Krzynowek im deutschen Strafraum frei zum Schuss gekommen war, doch vergeben hatte: „Wenn Jacek in der ersten Minute trifft, ist es ein anderes
Spiel. Dann hätten wir mit einer Kontertaktik spielen können.“ 

Der polnische Regierungschef Donald Tusk hatte das Spiel in einem Likol in Sopot an der Ostseeküste verfolgt. Er bezeichnete das
Spiel in Klagenfurt als ausgeglichen, wobei die Deutschen mehr Glück gehabt hätten. Wenn man gegen die Deutschen kein Glück habe, gebe es keine Mannschaft auf der Welt, die es mit ihr aufnehmen könne, sagte Tusk, blieb aber optimistisch: Polen könne durchaus Kroatien und Österreich schlagen. (how/dpa)

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