REAKTIONEN AUF DAS NACHTANK-VERBOT : Schwere Autos machen es nicht spannend

Wie eine Prophezeiung wirkte das Empfangsschild, das die Besucher des Bahrain International Circuit auffordert: „Bitte vorsichtig fahren!“ Die meisten Fahrer hielten sich daran und deswegen musste Norbert Haug einräumen: „Das war nicht das spannendste Rennen aller Zeiten.“ Nicht nur dem Mercedes-Motorsportchef war aufgefallen, dass die als glamouröse Comebackveranstaltung angekündigte Saisonpremiere eine öde Karawane fast ohne Überholmanöver wurde. Durch das Nachtank-Verbot haben die zuletzt als Sprintrennen ausgetragenen Großen Preise nun den Charakter von Langstreckenrennen. „Früher ist man 20 Runden voll gefahren, hat dann neue Reifen aufgezogen und ist wieder voll gefahren. Das fehlt jetzt allen Fahrern, auch wenn es nicht alle öffentlich zugeben“, sagte Sebastian Vettel. Nun schleppen die Boliden etwa 160 Kilogramm Sprit mit an den Start.

Mit dem schweren Auto müsse man „sehr darauf achten, die Reifen nicht zu verbrennen“, sagte Vettel. „Da darf man nicht zu viel attackieren.“ Die Teamvereinigung Fota hat dieses Problem auch erkannt. „Heute haben wir nicht die beste Show geboten“, sagte Fota-Präsident Martin Whitmarsh. „Wir müssen alle zusammenarbeiten, um das zu ändern.“ Sein Vorschlag: Statt der harten Reifen sollten nur noch weiche eingesetzt werden, die sich schneller abnutzen und deswegen zu mehr Boxenstopps und Überholmanövern führen könnten. chh

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