Sport : Real bekommt Ärger

Bernd Schusters Noch-Klub Getafe will Madrid wegen eines Vorvertrags mit dem Trainer anzeigen

Madrid - Es erfüllt durchaus nicht jeden mit Freude, dass Bernd Schuster der neue Trainer von Real Madrid werden soll. Angel Torres beispielsweise ist sogar richtiggehend sauer darüber. Der Präsident des FC Getafe hat am Frühstückstisch mit einiger Verärgerung seiner Zeitung des Vertrauens entnehmen müssen, dass er sich wohl einen neuen Trainer für seine Erstliga-Fußballmannschaft suchen muss. „Es ist so, als würde dich deine Frau betrügen und du bist der Letzte, der es erfährt“, sagte Torres. „Mit Schuster geht es mir derzeit ähnlich.“ Wegen der Berichte über einen Vorvertrag Schusters mit Real Madrid droht Torres, derzeitiger Vorgesetzter des Deutschen, nun mit einer Anzeige gegen den neuen Spanischen Meister bei der Europäischen Fußball-Union (Uefa) und dem Weltverband Fifa.

„Wir lassen uns nicht an der Nase herumführen“, warnte Getafes Präsident nach Presseberichten vom Mittwoch. „Wer mir gegenüber den Respekt verliert, wird mich bis an das Ende seiner Tage als Feind haben.“ Schusters Vertrag bei dem Madrider Vorstadtverein läuft noch bis 2008. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wird der ehemalige deutsche Nationalspieler in Madrid zur kommenden Saison Nachfolger von Fabio Capello. Die Entscheidung in der Trainerfrage will Real offiziell erst am kommenden Montag bekannt geben – genau einen Tag nach dem Pokalfinale zwischen Schusters jetzigem Klub Getafe und dem FC Sevilla. Der 47-Jährige selbst hatte gesagt, er sei „bereit, nächste Saison Real Madrid zu trainieren. Ich habe mich schon seit längerer Zeit darauf vorbereitet, und Real ist schon ein bisschen in meinem Konzept mit drin“.

Falls es stimme, dass sich Real mit Bernd Schuster bereits auf die Nachfolge von Fabio Capello geeinigt habe, sei dies eine große Dummheit, wetterte Getafes Präsident Torres. Verhandlungen und Vertragsunterzeichnungen sind nach den Transferrichtlinien nur in bestimmten Perioden zulässig. „Wenn es diesen Vorvertrag gibt und ich es beweisen kann, werde ich die Uefa oder die Fifa einschalten. Dass ich mich damit mit Real Madrid anlege, ist mir egal.“ Torres forderte Real Madrid auf, die Existenz des Abkommens entweder zu bestätigen oder zu dementieren.

Torres befürchtet, im Falle eines vorzeitigen Weggangs von Schuster nicht mehr rechtzeitig einen passenden Ersatz zu finden. Als ein möglicher Nachfolger wird der frühere dänische Weltklassespieler Michael Laudrup gehandelt. dpa/Tsp

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