Sport : Real blamiert sich in La Coruña

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Madrid (dpa). Abgesehen von den Fans des FC Schalke 04 hat sich wohl niemand über die Niederlage von Bayer Leverkusen im deutschen Pokalendspiel so sehr gefreut wie Real Madrid. Die Spanier, die am Mittwoch im Finale der Champions League auf Leverkusen treffen, konnten sich damit über ihre eigene 0:3-Niederlage im letzten Saisonspiel der spanischen Fußball-Liga bei Deportivo La Coruña ein wenig hinwegtrösten. „Es ist immer besser, in einem Finale gegen eine Mannschaft zu spielen, die eine Enttäuschung erlitten hat“, sagte Reals Generalmanager Jorge Valdano.

Die Madrider Sportpresse reagierte am Sonntag auf Bayers Niederlage mit offener Schadenfreude. „Leverkusen schmolz in sich zusammen. Nun kommt das Team mit angeschlagener Moral zum Finale nach Glasgow“, jubelte „As“. Das Konkurrenzblatt „Marca“ meinte: „Zuerst verspielte Bayer die Meisterschaft, jetzt auch noch den Pokal. Die Leverkusener träumten wie Real vom Triple. Nun bleibt ihnen nur die Champions League.“ Reals Spion Paco Jiménez, der Bayer in Berlin beobachtete, warnte allerdings vor voreiligen Rückschlüssen: „In Glasgow werden wir eine ganz andere Leverkusener Mannschaft erleben.“

Real blamierte sich beim 0:3 am Freitagabend in La Coruña nicht nur, der Rekordmeister verspielte auch Platz zwei in der spanischen Liga. In der Abschlusstabelle der Primera División belegt der Vorjahresmeister mit 66 Punkten nur den dritten Rang hinter dem neuen Meister FC Valencia (75) und La Coruña (68). Trainer Vicente del Bosque, der Schlüsselspieler wie Raúl, Claude Makelele oder Fernando Hierro für das Finale schonte, musste bittere Kritik einstecken. „Marca“ sieht gar den Trainerposten gefährdet: „Vicente soll sich nichts vormachen. Wenn Real auch gegen Bayer verliert, gibt es keine Gnade. Dann wird der Coach wohl nicht im Amt bleiben.“ La Coruña, dessen Spielweise ein wenig der von Bayer ähnelt, ist für Real zu einem Angstgegner geworden. Schon im spanischen Pokalfinale hatte es die Madrider hochverdient mit 2:1 geschlagen.

Zum Saisonausklang präsentierte sich Real in Galicien nur mit der zweiten Garnitur. Die trat dann so schwach auf, dass die Niederlage sogar noch höher hätte ausfallen können. Wenn nun auch noch das Finale der Champions League verloren geht, müsste Real zu Beginn der kommenden Saison die Qualifikation bestreiten, um erneut in die europäische Eliteliga vorzustoßen.

Am letzten Spieltag gingen für den Fußball auf den Kanarischen Inseln buchstäblich die Lichter aus. Beide Inselklubs UD Las Palmas und CD Teneriffa steigen zusammen mit Real Saragossa ab. Auf Teneriffa musste das letzte Erstligaspiel wegen einer Panne in der Flutlichtanlage für eine Stunde unterbrochen werden. Der FC Barcelona schaffte mit einem 1:1 in Saragossa noch knapp die Qualifikation für die Champions League. Celta de Vigo, Betis Sevilla und CD Alavés spielen im Uefa-Pokal. Der FC Valencia hatte schon vorzeitig als Meister festgestanden.

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