Sport : Real Madrid: Zinedine Zidane unterschreibt bei den Königlichen

Am Ende wurde der teuerste Transfer der Welt noch besonders spannend. Im Schutz der Dunkelheit landete Weltfußballer Zinedine Zidane in einem Privatjet auf einem kleinen Militärflughafen in der Nähe von Madrid, um mit Rekordmeister Real Madrid die letzten Details seines Wechsels perfekt zu machen. Zidane ist mit einer Ablösesumme von 147 und einem Jahresgehalt von rund 15 Millionen Mark der teuerste Kicker der Welt.

Am Montagmittag setzte der französische Welt- und Europameister dann seine Unterschrift unter den Vierjahresvertrag seines neuen Arbeitgebers Real Madrid, damit die Spanier wenig später den Weltrekordtransfer präsentieren konnten. "Dieser Wechsel ist ein Meilenstein meiner Karriere", erklärte der 29-Jährige vor über 200 Journalisten bei der offiziellen Vorstellung und versprach: "Ich werde alles Menschenmögliche tun, um der Mannschaft zu helfen." Reals Legende und Ehrenpräsident Alfredo di Stefano überreichte Zidane Madrids weißes Trikot mit der Rückennummer fünf, das der Franzose in Zukunft tragen wird: "Ich freue mich, dass du hier bist."

Der Mittelfeldstar verließ nach nur wenigen Minuten wieder das Trainingsgelände und flog noch am Nachmittag zurück nach Paris. Am Donnerstag wird Zidane in Moskau erwartet, wo er beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) die Werbetrommel für die Pariser Olympia-Kandidatur rühren soll.

Am Ende ging es nur noch um Details. Mit dem italienischen Rekordchampion Juventus Turin, der den genialen Franzosen zunächst partout nicht vor Vertragsende 2005 ziehen lassen wollte, hatten sich die Madrilenen längst auf die höchste Ablösesumme aller Zeiten geeinigt und damit die bisherige Rekordsumme beim Kauf des Portugiesen Luis Figo (116 Millionen Mark) vom FC Barcelona deutlich überboten. Auch das Salär des 29-Jährigen, der mit einer Spanierin verheiratet ist, war bereits fix. Nur noch über Internet- und Bilderrechte verhandelten "Zizou" und die Real-Verantwortlichen.

Für Reals Präsident Florentino Perez war der zweite Megadeal seiner Amtszeit am Ende nur noch eine Frage der Zeit. Schon bei Figos Verpflichtung vor einem Jahr hatte der millionenschwere Bauunternehmer vollmundig verkündet: "Es ist nur richtig, dass die besten Spieler der Welt auch beim besten Klub der Welt spielen. Zidane gehört dazu, das sind wir unseren Fans schuldig." Nach dem Verlust des Champions-League-Titels an Bayern München sah sich Perez unter Zugzwang. Nach dem Verkauf des riesigen Vereinsgeländes für 850 Millionen Mark an Investoren war zudem der Schuldenberg in Höhe von 450 Millionen Mark abgetragen und Geld für den Rekordtransfer in der Kasse. Für Reals Stürmerstar Raul war der Fall ohnehin klar: "Wenn unser Präsident einen Spieler will, dann bekommt er ihn auch."

In seiner Sammlung fehlt dem 65-maligen Nationalspieler, der mit Juventus 1997 und 1998 Meister wurde, noch der Champions-League-Titel. Der soll nun mit Real folgen.

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