• Recap: Der Rückblick aufs Football-Wochenende: Zauberer, Pechvögel und Rebellen: Das war der 1. NFL-Spieltag

Recap: Der Rückblick aufs Football-Wochenende : Zauberer, Pechvögel und Rebellen: Das war der 1. NFL-Spieltag

Der eine Quarterback zaubert, der nächste erlebt ein Worst-Case-Szenario und ein dritter startet eine Protestbewegung: Unser wöchentliche Rückblick auf die Action in der NFL.

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Business as usual: Aaron Rodgers (l.) führt seine Green Bay Packers mal wieer mit spektakulären Aktionen zum Sieg. Reuters
Business as usual: Aaron Rodgers (l.) führt seine Green Bay Packers mal wieer mit spektakulären Aktionen zum Sieg.Reuters

Willkommen zum dritten Part unseres wöchentlichen Football-Programms. An dieser Stelle beantworten wir jeden Dienstag fünf Fragen zum NFL-Spieltag. Wer es detaillierter haben möchte, kann hier unseren Liveblog nachlesen, mit dem wir den ganzen Sonntag während der Spiele auf Sendung waren. Und am Donnerstag kommt dann der Ausblick auf die nächste Runde. Viel Spaß dabei.

Worüber regen sich alle auf?

Collin Kaepernick ist nicht alleine. Der 49ers Quarterback steht seit mehreren Wochen im Zentrum einer hitzigen Debatte über Diskriminierung auf der einen und Verrat an amerikanischen Idealen auf der anderen Seite. Anstatt vor jedem Spiel bei der Nationalhymne aufzustehen und sich der Flagge zuzuwenden, kniet Kaepernick nieder - um damit gegen Unterdrückung von Afroamerikanern zu protestieren. Seitdem erntet er jede menge Kritik und auch blanken Hass. Die Hymne und die Flagge, da verstehen viele im patriotischen Amerika keinen Spaß. Doch inzwischen haben weitere Spieler sich dem Protest angeschlossen, auch in anderen Sportarten. Am Montagabend, beim Spiel der 49ers, kniete Teamkollege Eric Reid neben ihm nieder, auf der anderen Seide des Spielfeldes hielten zwei Spieler der Rams die Faust im Stile der Black-Power-Bewegung in die Höhe. Ähnliche Gesten waren auch bei anderen Spielen am Sonntag zu sehen, am in Sachen Patriotismus und Emotionalität ohnehin stark aufgeladenen 11. September.  “Kaepernick hat eine Bewegung ausgelöst”, jubeln Sympathisanten. Die Protest-Gesten werden weitergehen, der Streit darum ebenfalls - soviel hat Kaepernick schonmal erreicht.


Wer ist abgehoben? 

DeMarco Murray, Running Back und Neuzugang der Tennessee Titans. Per Köpper zum Touchdown – optisch eine der spektakulärsten Aktionen dieses Spieltags:

Auf wen wäre Oliver Kahn stolz? 

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Oder, um es mit einer gewissen deutschen Fußball-Legende zu sagen: Eier muss man haben! In diesem Sinne ein Blick auf die Schlussphase des Spiels zwischen den Oakland Raiders und den New Orleans Saints. Die Raiders liegen mit sieben Punkten zurück, dann gelingt der Touchdown 47 Sekunden vor Schluss. Ein klassischer Fall für ein Field Goal zum Ausgleich und dann ab in die Verlängerung…normalerweise. Aber nicht mit Raiders-Coach Jack Del Rio. Der entscheidet, entgegen allem was in der NFL üblich ist, die wesentlich schwierigere 2-Punkt-Conversion zu versuchen. Alles oder nichts – mit Happy-End für Del Rio und sein Team: Derek Carr wirft einen erfolgreichen Pass auf Michael Crabtree in der Endzone und die Raiders gewinnen sensationell mit 35:34. Gerne mehr davon.

Wer kann zaubern? 

Man kann ausgiebig darüber streiten, wer der beste Quarterback in der NFL ist. Tom Brady, Drew Brees, oder Russel Wilson sind alles legitime Kandidaten – doch nur einer packt regelmäßig Aktionen aus, bei denen man nur staunend fragen kann: Wie macht der das? Aaron Rodgers heißt der Mann, Spielmacher der Green Bay Packers und am Sonntag u.a. verantwortlich für dieses Kunststück hier:

Bei Rodgers sind solche Wunderpässe eher Routine als Ausnahme, in der vergangenen Saison entschied er gleich zwei Spiele per sogenanntem “Hail Mary”, einem Verzweiflungsspielzug in der letzten Sekunde, der so gut wie nie erfolgreich ist – es sei denn man heißt Aaron Rodgers.

Wer ist der größte Pechvogel?

Es war einmal ein junger Quarterback, der die Liga in seiner ersten Saison mit herausragenden Leistungen im Sturm eroberte und bei der Wahl zum "Rookie of the Year" namhafte Konkurrenten wie Russel Wilson und Andrew Luck hinter sich ließ. Doch dann ging das Knie kaputt, das Comeback kam viel zu früh und der junge Mann fand nie zu seiner Form zurück. Dann brach er sich auch noch den Knöchel. Die Rede ist natürlich von Robert Griffin III, kurz RG3. Bei den Washington Redskins längst zum Ersatzmann degradiert, wechselte er im Sommer nach Cleveland. Diese Saison sollte sein Neuanfang werden. Und was passiert dann am Sonntag bei seinem Debüt für den neuen Klub? Richtig die nächste Verletzung. Diesmal ist es die Schulter und mindestens die halbe Saison ist für Griffin schon wieder gelaufen. Bitter für den einstigen Hoffnungsträger – wobei man das mit dem Pech auch ein wenig revidieren muss. Die risikofreudige Spielweise von RG3, der auch häufig versucht, selbst mit dem Ball zu laufen anstatt auf Sicherheit zu gehen, führt zwangsläufig zu einer höheren Verletzungs-Wahrscheinlichkeit.

Bonusfrage: Wie kommentiert man einen Flitzer?

Am besten so:

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