Sport : Rechenspiele bringen nichts

Die USA unterliegen unerwartet Schweden 1:2, das dadurch Gruppensieger ist. Im Viertelfinale kommt es nun zum Duell der Amerikanerinnen mit Brasilien

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Fliegender Zopf.
Fliegender Zopf.Foto: dapd

Zwei Kreise bildeten sich unmittelbar vor dem Tor von Hope Solo. Ein nachdenklicher und ein ausgelassener. Während die Schwedinnen ihr Freudentänzchen aufführten, nahmen sich die Spielerinnen der USA eng bei den Schultern und schworen sich sofort wieder ein: Nicht aufgeben jetzt, sollte das wohl heißen. Denn gerade waren die Schwedinnen unerwartet mit 2:0 in Führung gegangen im entscheidenden Spiel der Gruppe C. Der Teamspirit brachte die Amerikanerinnen noch einmal heran, doch es reichte nicht. Die Schwedinnen gewannen mit 2:1 (2:0) und treffen nun auf Überraschungsviertelfinalisten Australien. Und auf die USA wartet nach dem Klassiker gegen Schweden gleich das nächste Topspiel: Im Viertelfinale treffen sie nun auf Brasilien.

Gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sahen sich die bereits in Wolfsburg eingetroffenen deutschen Nationalspielerinnen die Partie von der Ehrentribüne aus an. Sie wurden bestätigt, dass Rechenspiele in einem solchen Turnier rein gar nichts bringen. In der vergangenen Woche war viel darüber spekuliert worden, ob denn nun Brasilien oder die USA der dankbarere Gegner in einem möglichen Halbfinale wäre, nun wird es keines der beiden Teams. Den Schwedinnen hatte niemand den Gruppensieg zugetraut, vor allem, weil sie echte Torgefahr vermissen ließen. Das war am Mittwochabend nicht anders. Beide Treffer entstanden nicht aus dem Spiel heraus. Als Schwedens Angreiferin Lotta Schelin nach einer Viertelstunde ein Querschläger vor die Füße fiel und sie zufällig frei vorm Tor stand, riss Verteidigerin Amy Le Peilbet sie um. Den Elfmeter verwandelte Lisa Dahlkvist platziert. Le Peilbet hatte Glück, dass sie für ihre Notbremse nur die Gelbe Karte sah.

Möglicherweise verfluchte sie 20 Minuten später jedoch die Tatsache, dass sie noch auf dem Feld stand. Ohnehin ständig überlaufen und hoffnungslos überfordert von der flinken Josefine Oqvist auf der linken Seite, fälschte sie einen Freistoß von der schwedischen Kapitänin Nilla Fischer ab und wieder konnte Hope Solo nur hinterherschauen. Nach knapp 60 Minuten hatte US-Trainerin Pia Sundhage Erbarmen und nahm Le Peilbet vom Feld. Sundhage peitschte ihre Mannschaft nach vorn, die in einem insgesamt munteren und ausgeglichenen Spiel vor 23 468 im nicht ganz ausverkauften Wolfsburger Stadion durchaus gute Möglichkeiten hatte. Vor allem Lauren Cheney spielte aus dem Mittelfeld heraus einige intelligente Pässe. Nach einer knappen halben Stunde brachte sie Schwedens Torfrau Hedvig Lindahl mit einer präzisen Flanke in Bedrängnis. Lindahl, die größtenteils einen sicheren Job machte, konnte jedoch wegfausten.

Mitte der zweiten Hälfte erhöhten die Amerikanerinnen den Druck. Wieder war es Cheney, die eine Ecke von der linken Seite schlug, die Torjägerin Abby Wambach kurios mit der linken Schulter ins Tor schob. Sundhage hatte Wambach entgegen ihrer Ankündigung trotz einer Gelben Karte aufs Feld geschickt und damit gezeigt, wie gern sie die Gruppenphase als Erste abgeschlossen hätte.

Gegner der Schwedinnen

im Viertelfinale ist Australien

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