Sport : Rechnung mit vielen Bekannten

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Berlin Dimitrijus Guscinas, der Stürmer der Turn- und Spielervereinigung Koblenz, hat im DFB-Pokal gute Erfahrung mit Hertha BSC gemacht. Vor drei Jahren spielte der Litauer für Holstein Kiel, traf in der ersten Hauptrunde auf den Berliner Bundesligisten und hatte seinen Anteil daran, dass der Wettbewerb für Hertha danach beendet war. Bei Kiels 3:0 im Elfmeterschießen traf Guscinas als Erster.

Der 29-Jährige ist nicht der einzige Bekannte, auf den Hertha heute im Stadion Oberwerth in Koblenz treffen wird. Sein Sturmpartner Salif Keita hat einst in Berlin für den 1. FC Union gespielt, Anel Dzaka ist für Bayer Leverkusen dreimal in der Bundesliga zum Einsatz gekommen. Der prominenteste Mitarbeiter des Südregionalligisten ist jedoch dessen Manager: Seit März besetzt der ehemalige Nationalspieler Stefan Kuntz den Posten, und seitdem ist es mit dem Klub nach vorne gegangen. Kuntz hat Sponsoren für den Verein gewonnen und die Infrastruktur verbessert. Beim Spiel gegen Hertha wird der neue Vip-Bereich eingeweiht.

Nach zwei Spieltagen liegen die Koblenzer mit vier Punkten auf Platz vier; in der kommenden Saison strebt der Verein den Aufstieg in die Zweite Liga an. Das ist beachtlich für einen Klub, der vor etwas mehr als einem Jahr noch viertklassig war und zwei Jahre zuvor mit einer knappen Million Euro Schulden kurz vor der Insolvenz stand. Nur weil die Gläubiger auf ihr Geld verzichteten, konnte sich die Turn- und Spielvereinigung retten.

Bis zu 12000 Zuschauer werden heute erwartet. Der Rekord im Stadion Oberwerth ist das nicht. 1946 sahen 33000 Zuschauer das 3:2 der TuS Neuendorf gegen Schalke 04. Und auch das Erreichen der zweiten Hauptrunde wäre für die Koblenzer nichts Besonderes. 1979 schied der Vorgängerverein TuS Neuendorf nach Siegen gegen Werder Bremens Amateure, St. Pauli und Bocholt erst im Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen aus. sth

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