Sport : Rechnung mit vielen Unbekannten

Von Liga zwei bis vier ist für Union alles drin

Matthias Koch

Berlin - Ein wenig spielt Trainer Uwe Neuhaus am Sonnabend gegen sich selbst. Der Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Union Berlin trifft mit seinem Team zum Rückrundenauftakt bei Borussia Dortmund II auf die Talente seines langjährigen Arbeitgebers. Bei den Westfalen war Neuhaus von 1998 bis 2005 tätig. Zeit für Sentimentalitäten bleibt dem 48-Jährigen jedoch nicht. Mit einem Auswärtssieg wollen die Köpenicker ihre sportlichen Ambitionen untermauern. „Ich hoffe auf ein gutes Saisonende“, sagt Neuhaus und meint damit auf jeden Fall den Einzug in die neue eingleisige Dritte Liga.

Dafür muss mindestens der zehnte Tabellenrang her. Als Neunter besitzt Union derzeit vier Zähler Vorsprung auf den elften Platz, der den Absturz in die demnächst nur noch viertklassige Regionalliga bedeuten würde. Andererseits beträgt der Rückstand zum ersten Aufstiegsplatz zur Zweiten Liga nur drei Zähler. In der Union-Geschäftsstelle verlangt dies bürokratische Mehrarbeit. „Wir bereiten drei Lizenzanträge vor, für die Zweite, Dritte und Vierte Liga. Am liebsten würden wir natürlich den für die Zweite Liga einlösen“, sagt Präsident Dirk Zingler. „Aber Fußball ist kein Wunschkonzert. Geplant ist in erster Linie das Erreichen der Dritten Liga. Dabei bleiben wir.“

Offiziell gibt sich der Verein bescheidene Ziele – angesichts des Fastabstieges 2007 wohl auch nicht zu Unrecht. Doch ganz unvorbereitet würde der Ernstfall Zweite Liga den 1. FC Union nicht treffen, wenn man vom stockenden Stadionneubau absieht. Um Unruhe in der entscheidenden Saisonphase zu vermeiden, werden in diesen Tagen Verträge mit Leistungsträgern verlängert. „Wir sind uns mit Nico Patschinski, Marco Gebhardt, Daniel Göhlert und Christian Stuff fast einig“, sagt Manager Christian Beeck. „Die Verträge werden für die Zweite Liga und Dritte Liga gelten.“ Die Spieler geben sich hinsichtlich eines Aufstieges in Liga Zwei selbstbewusst. „Die Dritte Liga wollen wir definitiv erreichen. Wenn dieses Ziel früh gesichert wird, kann man nach oben schauen“, sagt Shergo Biran. Der aus Babelsberg geholte Stürmer gehört neben Angreifer Dustin Heun vom VfB Lübeck und Marco Löring vom FC Augsburg zu den drei Winter-Zugängen. Die Verträge von Heun und Biran bis 2009 gelten schon für die Zweite Liga. Matthias Koch

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben