Rechtfertigung : Springreiter Ahlmann will sein Pferd nicht bewusst gedopt haben

Der Springreiter Christian Ahlmann erklärt sich auf einer Pressekonferenz: Er habe sein Pferd wegen Rückenproblemen mit einer Salbe behandeln müssen, die das verbotene Mittel Capsaicin enthält. Er habe nicht gewusst, dass es auf der Dopingliste stehe.

Katja Reimann
Springreiten - Pressekonferenz - Christian Ahlmann
Da schaut her. Christian Ahlmann zeigte das Mittel, mit dem er sein Pferd behandelt hatte.Foto: dpa

Der deutsche Springreiter Christian Ahlmann zeigte sich am Sonntag überrascht über den positiven Dopingbefund bei seinem Pferd Cöster.  Ahlmann war bei den Olympischen Spielen 2008 in Hongkong suspendiert worden. Auf einer Pressekonferenz in Marl hatte der 33 Jahre alte Reiter das Capsaicin-haltige Mittel "Equi Block" dabei, um es in die Kameras zu halten. Weil sein Pferd bei einem Turnier vor wenigen Monaten in Cannes eine Art Hexenschuss erlitten habe, behandele er es seitdem regelmäßig mit dem durchblutungsfördernden Mittel. Dass einer der Bestandteile dieser Salbe, Capsaicin, auf der Dopingliste stehe, sei ihm nicht bewusst gewesen. Sowohl bei Ahlmanns Schimmel Cöster als auch bei drei weiteren Pferden wurden bei den Olympischen Spielen Spuren von Capsaicin nachgewiesen.

Ahlmann betonte, dass er zwar den Rücken, auf keinen Fall jedoch die Beine seines Pferdes mit Equi-Block eingerieben habe. Capsaicin fördert nämlich nicht nur die Durchblutung, sondern kann auch hypersensibilisieren. Auf die Beine aufgetragen, könnte es dafür sorgen, dass die Pferde beim Abwerfen einer Hindernisstange starke Schmerzen empfinden und besonders vorsichtig werden. "Ich war gutgläubig der Meinung, dass die Verwendung dieser Salbe keine unerlaubte Medikation darstellt", sagte Ahlmann. Er will die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes, das ihn suspendiert hatte, anfechten.

Das Mittel Equi-Block wird offensichtlich oft für Rennpferde verwendet und kann leicht über das Internet bestellt werden. Es soll bei entzündlichen Gelenkkrankheiten helfen, oder auch bei Verspannungen. Eine Tierärztin sagte Tagesspiegel Online, dass Equi-Block beziehungsweise dessen Wirkstoff Capsaicin häufig verwendet werde. Capsaicin sei in verschiedenen Pflegeprodukten enthalten. "Ich hönnte mir zum Beispiel vorstellen, dass man den Pferden die Salbe vor dem langen Flug nach China auf die Beine geschmiert hat, damit sie nicht dick werden."

Eine Expertin für Pferde-Physiotherapie sagte, dass die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) regelmäßig Dopinglisten veröffentliche, auf denen sich jeder über die Inhaltsstoffe von Medikamenten informieren könne. Vorsicht sei ein jedem Fall auch bei Pflegemitteln geboten, denn "auf der Liste steht sogar Kampfer".  (mit dpa)

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