Sport : Reform der Reform

Alba behält sein Ticketsystem bei

Benedikt Voigt

Berlin. Seit drei Tagen sind die Neuen von Alba Berlin in der Stadt. John Best flog über Amsterdam nach Tegel, wo Basketball-Trainer Emir Mutapcic den US-Amerikaner samt Frau und drei Kindern vom Flughafen abholte. Der Pole Szymon Szewczyk kam mit dem Auto aus Stettin und absolvierte am Freitag erfolgreich den medizinischen Test. Nun also hat die sportliche Vorbereitung für die Saison 2003/2004 begonnen. Da passt es gut, dass die Geschäftsstelle eine nicht unwichtige Voraussetzung für die neue Spielzeit gerade beschlossen hat: Die umstrittene Ticketreform (der Tagesspiegel berichtete) wurde nach Protesten der Dauerkarteninhaber zurückgenommen.

„Unsere Kategorien bleiben fast identisch wie in der vergangenen Saison“, sagt Alba Berlins Vizepräsident Marco Baldi. Damit wird die geplante Neuordnung der Preiskategorien für diese Saison zurückgestellt. Die Zeit sei Alba davongelaufen, erklärt Baldi. Nach heftigen Einwänden der Fans bleibt nun fast alles beim Alten. Vor allem die Möglichkeit, entweder eine Dauerkarte für die Bundesliga oder eine für die Europaliga zu erwerben, bleibt bestehen. Auch können sich die Dauerkarteninhaber ihre Plätze weiterhin aussuchen. „Wir haben alle Flexibilitäten erhalten“, sagt Baldi. Das war in der im Juli vorgestellten Preisreform nicht vorgesehen. „Wir wollten drei Schritte auf einmal machen, das war unser Fehler“, sagt Baldi. Bei einer künftigen Neugestaltung müsse der Verein kleinere Schritte machen und sie besser kommunizieren.

Ziel der Reform war es, die Max-Schmeling-Halle besser auszulasten. „Drei Viertel unserer Zuschauer kommen ohne Dauerkarte“, sagt Baldi. Für diese Fans sollte das System vereinfacht werden, es gab zu viele Preiskategorien. Doch damit verärgerte Alba seine treuesten Anhänger, die rund 2000 Dauerkartenbesitzer. „Jetzt kann man für 99 Euro alle Alba-Berlin-Spiele in der Hauptrunde sehen“, sagt Baldi, „das sucht seinesgleichen.“ Die Dauerkarteninhaber wurden durch Briefe über die Rücknahme der Reform informiert. Bedankt haben sich nur die wenigsten Fans. „Aber das kennt man“, sagt Baldi, „mit Kritik ist man schneller bei der Hand als mit Lob.“

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