Regen in Wimbledon : Das langweiligste Turnier der Welt

Wieder einmal regnet es in Wimbledon, wieder einmal ist der Spielplan völlig durcheinander geraten. Während Nicolas Kiefer ein Ende des schlechten Wetters abwarten muss, ist Titelverteidigerin Amelie Mauresmo bereits an der Tschechin Nicole Vaidisova gescheitert.

Mauresmo
Ende mit Schrecken: Amelie Mauresmo unterliegt im dritten Satz mit 1:6. -Foto: AFP

LondonDer Regen im tristen Wimbledon kannte auch am Dienstag keine Gnade. Planen rauf und Planen runter war wieder das beliebteste Spielchen auf dem "Heiligen Rasen", der die meiste Zeit unter den grünen Abdeckungen vor dem miesen Londoner Wetter gerettet werden musste. Nicolas Kiefer, dessen Drittrundenmatch gegen den Serben Novak Djokovic bereits seit Samstag überfällig war, musste sich abermals in Geduld üben.

Der nach dem verletzungsbedingten Aus von Thomas Haas letzte deutsche Tennisprofi bei den All England Championships kennt die Regenpause allerdings zur Genüge. "Wimbledon ist das langweiligste Turnier auf der Welt", sagte derweil der Russe Nikolai Dawidenko, während er darauf wartete, dass sein Match der dritten Runde gegen den Franzosen Gael Monfils endlich weitergespielt werden konnte.

Vaidisova schaltet Mauresmo aus

Nur Titelverteidigerin Amelie Mauresmo hätte sich wahrscheinlich über eine Regenpause gefreut. Dann wäre der an Nummer vier gesetzten Französin der unrühmliche Abgang schon im Achtelfinale beim 6:7 (6:8), 6:4, 1:6 gegen die Tschechin Nicole Vaidisova erst einmal erspart geblieben. Die 18-jährige Vaidisova trifft nun im Viertelfinale auf die ein Jahr ältere Ana Ivanovic aus Serbien oder die Russin Nadja Petrowa.

Wann das sein wird, weiß wohl nur der Wettergott. Von den Experten des Londoner Wetteramtes war unterdessen nur zu erfahren, dass es in den kommenden Tagen zumindest etwas besser werden soll. Ohne Schauer wird es offenbar aber weiterhin nicht abgehen.

Haas bald wieder einsatzbereit?

Dem Regen, der direkt nach Vaidisovas Matchball wieder einsetzte, entkam Juan Carlos Ferrero um Haaresbreite. In seiner tags zuvor unterbrochenen Begegnung gegen Janko Tipsarevic aus Serbien setzte sich der Spanier mit 7:5, 6:3, 7:6 (7:5) durch. Nächster Gegner ist der viermalige Champion Roger Federer, der sich das verregnete Treiben im All England Club seit Freitag aus der Ferne ansehen kann. Durch die Absage seines Achtelfinal-Gegners Haas zog er kampflos ins Viertelfinale ein und musste sich der Langeweile in den zahllosen Regenpausen nicht aussetzen.

"Pechvogel" Haas ließ derweil in der Heimat seine schwere Bauchmuskel-Verletzung behandeln und hofft noch immer, in zwei bis vier Wochen wieder einsatzbereit zu sein. Der zweieinhalb Zentimeter lange Riss der Muskulatur lässt allerdings auch eine längere Zwangspause befürchten. Rothenbaum-Turnierarzt Bernd Kabelka erklärte der "Bild"-Zeitung: "Das ist eine gefährliche Verletzung. Wenn man zu früh anfängt, kann gleich wieder was reißen."

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