Sport : Regen, Regen, Dunkelheit...

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Für Gilbert Ysern könnten die French Open gar nicht besser laufen. Dauerregen würfelt das Pariser Tennis-Turnier durcheinander, am Donnerstag mussten erneut Partien verschoben werden. Warum das einen Turnierdirektor freuen sollte? Weil Ysern verzweifelt versucht, das traditionsreiche Turnier in die Moderne zu überführen. Dass das dringend nötig ist, zeigt sich dieser Tage erneut.

Vielleicht war es ja sogar Ysern persönlich, der am Mittwochabend anwies, den Franzosen Gael Monfils und den Italiener Fabio Fognini in fast völliger Finsternis weiterspielen zu lassen. Obwohl die Lichter in den Logen rund um den Court Phillipe Chatrier schon angeschaltet wurden und die Akteure sich die Bälle nur noch zitternd zuschoben. Schließlich wurde doch abgebrochen, bei 5:5 im fünften Satz. Ärgerlich für Profis und Zuschauer.

Ein Dach mit Flutlicht hätte das verhindern können. Selbst das Traditionsturnier in Wimbledon trotzt ja inzwischen Regen und Dunkelheit, in New York und Melbourne gehört Flutlicht für die Night-Sessions ohnehin zum Inventar.

Paris hinkt hinterher. Auch die Spieler beschweren sich inzwischen über die zu engen Räume – den steigenden Zuschaueransturm kann die begrenzte Anlage kaum noch bewältigen. Pläne, drüben im Bois de Boulogne zwei weitere Plätze zu bauen, werden von Anwohnern und Umweltschützern bekämpft. Nun droht Gilbert Ysern zur Not mit einem Umzug : Ausgerechnet nach Marne-la-Vallée – gleich neben Disneyland! Das dürfte die Diskussion ebenso beleben wie der Pariser Sommerregen. Der französische Verband will im Februar 2011 über die Zukunft von Roland Garros entscheiden. Zeit wird’s.

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