Sport : Regional statt national

Warum Alba künftig nur noch selten im DSF zu sehen sein wird

Benedikt Voigt

Berlin. Als die Basketball-Bundesliga am vergangenen Freitag die aktuellen Spieltermine verschickte, druckte sie einige Partien besonders fett. Es sind jene Spiele, die im Deutschen Sportfernsehen freitags live übertragen werden. Mitteldeutscher BC gegen die Skyliners aus Frankfurt lautet etwa die erste Übertragung am 17. Oktober. Die meisten anderen deutschen Spitzenklubs finden sich in diesem Terminplan ebenfalls als Fettdruck wieder. Nur ein Name fehlt: Alba Berlin, der Meister und Pokalsieger.

„Wir werden bis Februar nicht allzu oft im DSF stattfinden“, sagt Albas Vizepräsident Marko Baldi. Genauer gesagt: Mindestens bis zum 5. Dezember überhaupt nicht. Bis zu diesem Termin stehen die DSF-Übertragungen bereits fest. Der Freitag als Spieltag für eine Liveübertragung entpuppt sich für Alba Berlin immer mehr als Problem. Zwischen November und Februar bestreiten die Berliner mittwochs oder donnerstags Spiele in der Europaliga.

„Ein Spiel am Freitag muss sportlich sinnvoll sein“, sagt Baldi, „wir werden nicht an einem Tag aus Griechenland zurückkommen und dann gleich weiterreisen.“ Die Verfügbarkeit der Halle und die Zuschauerfreundlichkeit des Termins spielten auch eine Rolle, sagt Baldi. Ganz ausschließen will er Freitagsspiele allerdings auch nicht. „Wenn wir am Mittwoch ein Heimspiel in der Europaliga haben, könnten wir auch mal an einem Freitag spielen.“

Alba Berlin besitzt noch eine andere Möglichkeit, ins Fernsehen zu gelangen. Gegenwärtig verhandelt die Basketball-Bundesliga mit Sport A, der Sportmarketingagentur von ARD und ZDF. Was Alba betrifft, sind auch Zusammenfassungen im RBB Berlin denkbar. Der Privatsender TV Berlin meldet ebenfalls Interesse. Doch damit wäre der Deutsche Meister nur noch im Regionalprogramm vertreten.

Womöglich eine gewünschte Entwicklung? Immerhin setzen die Berliner bei ihrem neuen Trikotsponsor „Berliner Morgenpost“ auch auf einen regionalen Geldgeber. Baldi sagt: „Es gibt keine Entwicklung bei uns, die besagt, dass wir uns auf regionale Wurzeln besinnen wollen.“ Den Abschluss mit dem neuen Sponsor habe die Marktsituation ergeben. „Wir wollen etwas entwickeln mit ihm“, sagt Baldi. „Dass dabei international oder national ein paar Effekte verloren gehen, das mag man so sehen.“

In der zweiten Hälfte der Saison dürfte es allerdings mit den DSF-Übertragungen wieder besser aussehen. Wenn die Spielzeit in ihre entscheidende Phase geht, wird es für den Fernsehsender sehr schwer werden, um Alba Berlin herumzukommen. Sieben Meistertitel in Folge zeugen davon.

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