Regionalliga : Finale der hängenden Köpfe

Die Stadiontore öffneten sich, das Fan-Volk durfte auf den Rasen strömen. Dort feierten die Anhänger des 1. FC Union ein wenig und durften sogar die Fans von Oberhausen ein bisschen anpöbeln. Union verliert zum Saisonabschluss 0:3 und verpasst den Aufstieg.

Claus Vetter
Union Berlin
Union hätte Oberhausen mit vier Toren Differenz schlagen müssen, um noch eine Aufstiegschance zu haben. -Foto: dpa

Berlin - Die ganze große Partie fiel aus. Unions Spieler waren da schon längst geflüchtet, mit hängenden Köpfen. Rot-Weiß Oberhausen spielt kommende Saison in der Zweiten Bundesliga – Union dagegen darf nun in der neuen Dritten Liga antreten, obwohl die Berliner gestern mehr hätten erreichen können. Doch aus dem Endspiel um den Aufstieg gegen den Tabellenzweiten der Regionalliga wurde für Union ein merkwürdiges Happening vor der Kulisse von 14 117 Zuschauern an dessen Ende eine 0:3 (0:2)-Niederlage stand. Insofern hatten die Unioner ihr Tagesziel um sieben Tore verfehlt. Mit vier Treffern Abstand hätten sie die Oberhausener schlagen müssen, um an ihnen noch in der Tabelle vorbei zu rutschen.

Aufstieg verpasst, Status quo ein wenig verbessert: Die neue Dritte Liga ist schließlich eingleisig. „Wir haben unser wesentliches Saisonziel erreicht“, sagte Unions Präsident Dirk Zingler. Zu Saisonbeginn peilten andere den Aufstieg an. Zum Beispiel Fortuna Düsseldorf. Doch der ehemalige Bundesligist verpasste gestern sein Saisonziel, trotz eines 4:0-Erfolges bei Rot-Weiss Erfurt.

Rot-Weiss Ahlen ist neben Oberhausen der zweite Aufsteiger in die Zweite Liga – dabei war im Umfeld des Klubs nichts unversucht geblieben, um den Gegner vor dem entscheidenden Spiel zu ärgern. So lösten angeblich ein paar Union-Anhänger in den frühen Morgenstunden des Sonnabends in einem Köpenicker Hotel Feueralarm aus. In besagter Unterkunft nächtigte die Mannschaft von Rot-Weiß – die Profis mussten das Hotel kurzzeitig verlassen. Das Störmanöver aber schien die Konzentration des Gastes nicht beeinflusst zu haben.

Oberhausens Trainer Hans-Günter Bruns hatte selbstbewusst „einen Sieg und nichts anderes“ angekündigt. Die Berliner durften sich in ihrer Anfangseuphorie nur kurz nach dem Anpfiff austoben. Schon in der ersten Minute landete ein viel versprechender Schuss von Torsten Mattuschka neben dem Tor. Daneben und nicht drin – das war das Problem von Union. In ihrem Aktionismus machten die Berliner im letzten Moment immer etwas falsch.

Oberhausen dagegen machte viel richtig. Ein paar Mal „Uiih“, „Boah“ und „Mann, ey, war das knapp“ von den Rängen, dann wurde es still im Stadion. Nach einer Viertelstunde brachte Mike Terranova die Gäste in Führung. Julian Lüttmann erhöhte noch in der ersten Halbzeit auf 2:0 für Oberhausen, damit hätte Union sechs Tore schießen müssen, um eine Aufstiegschance zu haben. Das Spiel war entschieden, fortan hatten kleine Aufreger den größten Unterhaltungswert: Ein nackter Mann flitzte mitten im Spiel über den Rasen, Mattuschka sah nach einer harmlos aussehenden Attacke gegen Jens Robben die Rote Karte. Oberhausen hätte höher gewinnen können, aber nur Terranova traf noch zum 3:0. So unspektakulär endete der Aufstiegsendspielnachmittag von Köpenick, der für Union keiner war. „Die zweite Halbzeit hat auch keinen mehr so richtig interessiert“, sagte Unions Trainer Uwe Neuhaus.

Oberhausen dagegen konnte sich mit 2000 Fans über die Rückkehr in die Zweite Liga freuen und schaffte auch ein kurioses Kunststück: Zum fünften Mal in Folge wird der Klub kommende Saison in einer anderen Liga antreten. Erst vor einem Jahr war der Klub aus der Oberliga aufgestiegen, nachdem es davor zweimal abwärts gegangen war.

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