Regionalliga : Schlecht gespielt, hoch gesiegt

Union gewinnt das Derby in Babelsberg 3:0. Trainer Uwe Neuhaus zeigt sich dennoch eher unzufrieden mit dem Auftritt seiner Spieler.

Matthias Koch

Babelsberg„Nulldrei, Nulldrei“, riefen die Zuschauer im Karl-Liebknecht-Stadion von Fußball-Regionalligist Babelsberg 03. Doch es handelte sich nicht wie sonst üblich um Anfeuerungsrufe der heimischen Anhänger. Die Schadenfreude schwappte von den 3000 Fans des Lokalrivalen 1. FC Union unter den 8622 Zuschauern auf den Rasen. Der besungene 0:3-Endstand stand bereits nach gut einer Stunde fest. Unions Trainer Uwe Neuhaus zeigte sich dennoch eher unzufrieden mit dem Auftritt seiner Spieler. „Das Ergebnis war gut, unser Spiel jedoch scheiße“, meinte der frühere Bundesligaprofi trotz der Rückkehr seiner Mannschaft auf einen Aufstiegsrang.

Der neue Tabellenzweite profitierte bei seinen Toren von gravierenden Fehlern des Babelsberger Schlussmannes Sven Roggentin. Beim 0:1 durch Christian Stuff nach einem Eckstoß von Marco Gebhardt fiel Roggentin wie eine Bahnschranke. Auch beim Doppelpack von Dustin Heun nach Vorlage von Nico Patschinski kurz vor der Pause und einem Freistoß von Torsten Mattuschka 25 Minuten vor dem Abpfiff ließ Roggentin Regionalligaqualität vermissen.

„Bei einer 0:3-Niederlage fehlen einem normalerweise die Argumente. Aber wir haben die erste Halbzeit kontrolliert“, sagte der Babelsberger Trainer Dietmar Demuth, der in der vergangenen Woche seinen Vertrag über das Saisonende hinaus bis 2010 verlängert hat. „Aber dann kommt eine Standardsituation und schon stinkt es bei uns. Leider war unser Torhüter an allen Gegentoren beteiligt.“

Die Berliner traten wie in der Vorwoche in der zweiten Halbzeit gegen Braunschweig (2:2) mit drei Spitzen an. Neben den gesetzten Angreifern Nico Patschinski und Dustin Heun erhielt so auch der ehemalige Babelsberger Karim Benyamina eine Chance. „Wir haben zu günstigen Zeitpunkten unsere ersten beiden Tore gemacht“, sagte Doppeltorschütze Heun. „Da haben die Babelsberger ein bisschen geschlafen.“

Nicht verschlafen, aber mit Absicht unpünktlich betraten die Anhänger aus Köpenick das „Karli“. Die Union-Fans nutzten die Liveübertragung der Begegnung im Fernsehen, um medienwirksam für den Erhalt ihres sanierungsbedürftigen Stadions An der Alten Försterei zu demonstrieren. Erst nach fünf Minuten strömten die Massen auf die Ränge. Zuvor hatten sie hinter dem Gästeblock im Eingangsbereich gewartet. 2000 von ihnen hatten sich in den Stunden vor dem Spiel mit einem roten T-Shirt zum Preis von vier Euro eingedeckt, das die Aufschrift „In Köpenick da lebt Union – Fußball und die Tradition. Pro AF Alte Försterei“ trug. Matthias Koch

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