Regionalliga Süd : Jahn Regensburg feuert Basler

Mario Basler ist bei seiner ersten Trainerstation nach nur gut einem Jahr gescheitert. Der frühere Fußball-Nationalspieler wurde vom Regionalligisten SSV Jahn Regensburg entlassen.

Regensburg (20.09.2005, 11:31 Uhr) - Nach einem miserablen Saisonstart mit sieben Spielen ohne Sieg trennte sich der Aufstiegsanwärter von dem 36-Jährigen, der im Juli 2004 den Posten als Teamchef beim Drittligisten in der Oberpfalz übernommen hatte. «Es ist schon überraschend, aber das sind die Mechanismen des Geschäfts. Ich gehe ohne Groll», sagte Basler, der in Regensburg noch einen Vertrag bis zum Sommer 2006 besaß.

Noch in der Vorwoche hatte das SSV-Präsidium ein Rücktrittsangebot Baslers einstimmig abgelehnt. «Dass sie sich jetzt anders entschieden haben, ist schon komisch», sagte der ehemalige Bundesliga-Profi. Während der bisherige Co-Trainer Darius Pasieka vorübergehend die Jahn-Mannschaft betreuen wird, verabschiedet sich Basler vorerst in den Urlaub. «Ich muss mich ein bisschen erholen, mal richtig ausspannen. Dann komme ich wieder. Ich will dem Fußball erhalten bleiben», sagte Basler. Bereits am Montagabend habe er neue Job- Angebote erhalten. «Es gibt schon Anfragen aus dem Ausland», sagte er, ohne konkrete Vereinsnamen nennen zu wollen.

In Regensburg hatte Basler offenbar neben der sportlichen Talfahrt auch durch sein Auftreten an Kredit verloren. Mehrfach beschäftigte sich der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit dem Verhalten des Jahn-Teamchefs. Zuletzt hatte seine heftige Kritik an Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) nach dem Pokal-Aus gegen Alemannia Aachen für großen Wirbel gesorgt. Trotzdem bedauerte Jahn- Präsident Franz Nerb die Entscheidung: «Es ist uns nicht leicht gefallen. Ausschlaggebend war das Resultat in Bayreuth», sagte er. Am Wochenende hatte der SSV beim 1:2 gegen Neuling SpVgg Bayreuth die vierte Saisonniederlage kassiert und war auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht.

Mit der Entlassung Baslers verlieren die Regensburger ihre schillernde Figur. Durch seine bekannt provokante Art hatte der frühere Star des FC Bayern München den zwischenzeitlich in arge finanzielle Nöte geratenen Drittligisten in den Schlagzeilen gehalten. Seinen Dauerkonflikt mit dem DFB will Basler auch in der Arbeitslosigkeit nicht aufgeben. Den vom Verband geforderten Trainerschein will er jedenfalls offenbar auch in der Ruhepause nicht machen. «Das muss ich sehen, wichtiger ist mir erstmal mein Urlaub», sagte Basler. (tso/dpa)

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