Regionalliga : Türkiyemspor gewinnt und steigt ab

Runter in die Fünftklassigkeit: Der Berliner Fußballklub Türkiyemspor steigt trotz eines Sieges am letzten Spieltag aus der Regionalliga ab.

Lorenz Vossen

Vor dem Spiel hatte es noch etwas zu feiern gegeben. Das Mädchenteam von Türkiyemspor wurde vor der Partie der Herrenmannschaft gegen Altona 93 mit Blumen für seinen Aufstieg in die Verbandsliga geehrt.

Es wird der einzige Erfolg für den Klub aus Kreuzberg in dieser Saison bleiben, denn zwei Stunden später war der Abstieg des Teams von Uwe Erkenbrecher aus der Regionalliga Nord in die Fünftklassigkeit besiegelt. Ein 1:0-Sieg im Jahnstadion in Prenzlauer Berg reichte nicht aus, da zeitgleich alle Mitkonkurrenten um den Abstieg ihre Spiele gewannen.

Auf einem großen Flachbildschirm im Innenraum des Stadions konnten sich 444 Zuschauer per Videotext über die aktuellen Zwischenstände informieren. Doch anscheinend wussten die wenigstens um den Ernst der Lage, als Hakan Cankaya fünf Minuten vor dem Ende unter großem Jubel den Siegtreffer erzielte. Nur wer in diesem Moment einen Blick auf die versteinerten Mienen der Verantwortlichen auf der Haupttribüne warf, konnte es ahnen: Sowohl der FC Oberneuland und der VFC Plauen, als auch die zweiten Mannschaften von Hansa Rostock und dem Hamburger SV führten in ihren Begegnungen. Besonders der Sieg des direkten Konkurrenten aus Plauen kam überraschend, da die Sachsen beim  Aufstiegsaspiranten Hallescher FC gewannen. Durch die Niederlage von Halle spielt nun die Mannschaft von Holstein Kiel mit dem ehemaligen Trainer von Hertha BSC Berlin, Falko Götz, nächste Saison in der 3. Liga.

"Das ist Fußball", musste Erkenbrecher nach der Partie resigniert konstatieren. Man habe nicht damit gerechnet, im Falle eines Sieges abzusteigen und könne sich keine Vorwürfe machen, zumal sich Altona teuer verkauft habe.

In der ersten Halbzeit waren die bereits abgestiegene Hamburger sogar das bessere Team. Türkiyemspor tat sich besonders mit einem geordneten Spielaufbau im Mittelfeld schwer. In der zweiten Hälfte kam die Mannschaft mit dem stark spielenden  Norbert Lemke schwungvoller aus der Kabine und wurde mit dem Siegtreffer in der 85. Minute belohnt. Es sollte nicht reichen.

"Die Oberliga ist weder für mich noch für Türkiyemspor attraktiv", resümierte Erkenbrecher, wollte aber keine Zukunftsprognose abgeben. Etwas Positives konnte er dennoch verzeichnen: Altonaer Trainerkollege Thomas Seeliger war am Morgen Vater geworden. Erkenbrecher:  „Es gibt Dinge, die sind mindestens genauso wichtig wie Fußball.“

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