Sport : Rehhagel will Griechen bis 2006 führen

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Athen Auch zwei Tage nach dem Triumph bei der Fußball-EM ist in Griechenland die Euphorie um die Nationalmannschaft noch nicht abgeklungen. Im Fernsehen läuft rund um die Uhr das entscheidende Tor von Angelos Charisteas, das Europameister Frankreich im Viertelfinale aus dem Turnier beförderte und in Griechenland nun sogar Titelträume geweckt hat. Wie weit können wir noch kommen? Das war am Sonntag die am meisten gestellte Frage der Öffentlichkeit an ihre Nationalspieler. „Bis zum Ende“, antwortete Mannschaftskapitän Theodoros Zagorakis im Rundfunk. „Das schaffen wir aber nur, wenn wir mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben, wie unser Trainer immer wieder sagt.“

Der Trainer, immer wieder der Trainer. Von griechischen Spielern und Fans wird Otto Rehhagel gleichermaßen verehrt und geachtet. Rehhagel gibt diese Zuneigung zurück, indem er den Griechen Treue schwört bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. „Ich werde bei den Griechen bleiben. Es sei denn, die sagen, es reicht jetzt“, erklärte der 65 Jahre alte Trainer am Wochenende im ZDF. Damit beendete Rehhagel Spekulationen um seine Person in der Nachfolgedebatte um den zurückgetretenen DFB-Teamchef Rudi Völler (siehe dazu den Text auf Seite 22).

Nach dem sensationellen Auftreten seines Teams bei der EM will Rehhagel auch bei der WM 2006 für Furore sorgen – mit den Griechen. „Es gibt noch eine Steigerung für mich: Wenn wir uns für die WM qualifizieren und ähnlich erfolgreich abschneiden wie in Portugal“, hofft Rehhagel. Zunächst aber träumt Griechenland von einer weiteren Überraschung im EM-Halbfinale am Donnerstag in Porto gegen den Sieger aus Tschechien – Dänemark. „Bleibt auf dem Boden der Tatsachen, bleibt bescheiden“, versuchte Rehhagel, die Euphorie zu dämpfen. Leicht ist das nicht, denn der deutsche Trainer wurde inzwischen von Athener Zeitungen zum „neuen Zeus“ ernannt. Otto Rehhagel weiß um die extremen Gefühlsschwankungen in seiner neuen Heimat: „Wenn wir zwei Mal gewinnen, wollen die Griechen gleich Europameister werden, und wenn wir zwei Mal verlieren, wollen sie sich gleich ins Meer stürzen.“ Tsp/dpa

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