Sport : Rehmer hofft, heute zum ersten Mal eingewechselt zu werden

Klaus Rocca

Wie gern würde er beweisen, dass "ich mein Geld wert bin". Zumal es viel Geld ist. Sieben Millionen Mark. Die musste Hertha BSC hinblättern, mehr, als für jeden anderen Spieler in der Vereinsgeschichte. Marko Rehmers Pech: Er hat für seinen Arbeitgeber noch kein einziges Pflichtspiel bestritten. Heute nun könnte es endlich so weit sein, wenn es im Olympiastadion (Anpfiff 15.30 Uhr) gegen den 1. FC Kaiserslautern geht. "Vielleicht werde ich eingewechselt", hofft Rehmer.

Es könnte bei der Hoffnung bleiben. Denn Jürgen Röber hält nicht viel davon, seinen teuren Schüler jetzt schon auf den Prüfstand zu schicken. Nicht nur, weil der Ex-Rostocker möglicherweise der Mannschaft noch nicht allzu hilfreich sein kann. Vor allem, weil er Rehmer selbst schützen will. "Es wäre unverantwortlich, einen Spieler seiner Klasse ins Gefecht zu schicken, wenn er noch gar nicht fit sein kann."

Natürlich kennt auch Rehmer seine Defizite. Nach seinem schweren Knorpelschaden im Kniegelenk, erlitten am 10. Juli beim Training und in Amerika bei einem Spezialisten operiert, hat er gerade seit einer Woche wieder mit der Mannschaft trainiert. Am Dienstag, beim Testspiel gegen die Reinickendorfer Füchse, durfte er eine Halbzeit lang mitmachen. Nicht als Manndecker, seiner eigentlichen Position, sondern als Libero. Um ihn zu schonen. Röber: "Da hatte er keinen direkten Gegenspieler, musste also nicht voll in die Zweikämpfe gehen."

Und beim Kampf Mann gegen Mann sieht auch Rehmer noch seine Schwächen. Nicht nur dort. "Ich bin auch noch nicht aggressiv genug", weiß er. Zudem habe es nach dem Testspiel noch "hier und da gezwackt". Kein Wunder, nach so langer Pause. Außerdem sei das Rehabilitations-Programm nicht unbedingt darauf abgestimmt gewesen, jetzt schon voll einzusteigen. Und doch - es bleibt beim Wunsch, endlich wieder dabei zu sein. "Meinetwegen auch erst am Dienstag", so Rehmer. Am Dienstag geht es gegen Barcelona. Da könnte es noch mehr jucken als jetzt.

Ein anderer hat ähnlich lange warten müssen: Ante Covic. Nach seinem Kreuzbandriss darf er, gegen Bayern München nur im Kurzeinsatz, heute wahrscheinlich erstmals von Anfang an auf der rechten Seite spielen, als Ersatz für den weiterhin verletzten Sebastian Deisler. Ohnehin, die vielen Verletzten. Neben Deisler sind auch Helmer, Sanneh, Dardai, Tretschok, Hartmann und Veit nicht fit. Diese Dauer-Misere ist auch ein Grund für Herthas Schwächeln im Bundesliga-Alltag. Das soll sich heute ändern, trotz allem. "Ein Sieg ist Pflicht", gibt Röber die Parole aus. Auch im eigenen Interesse. Um jene zu stoppen, die schon die Messer gewetzt haben.

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