Sport : Reifen unter Uwe

Menz und Özbek starten Neuanfang bei Union.

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Grüße nach oben. Baris Özbek wirkt nach seiner Rückkehr gefestigt. Foto: dpa
Grüße nach oben. Baris Özbek wirkt nach seiner Rückkehr gefestigt. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Ihre Wege kreuzten sich im Jubelrausch an der Mittellinie. Baris Özbek hatte im Punktspiel gegen den SV Sandhausen soeben das dritte Tor für Fußball-Zweitligist Union Berlin erzielt, als er am lachenden Mitspieler Christoph Menz vorbeihüpfte. Özbek steuerte allerdings eine andere Richtung an, er rannte weiter zu Trainer Uwe Neuhaus. „Der Coach hat mich zu Union geholt und mir das Vertrauen gegeben. Es ist schön, dass ich das mit einem Treffer zurückzahlen konnte“, sagte Özbek nach dem 3:1-Sieg der Köpenicker am Freitagabend.

Sowohl für den Torschützen als auch Menz ist Neuhaus in den nächsten Monaten eine wichtige Schnittstelle. Neuzugang Özbek hat erst vor neun Tagen bei Union einen Vertrag bis 2016 unterschrieben. Obwohl er längst nicht fit ist, gab ihm Neuhaus im zweiten Abschnitt im rechten Mittelfeld eine Bewährungschance. Menz erhielt diese von Beginn an auf der Sechserposition. Wie die Zukunft des variabel in der Defensive einsetzbaren Akteurs aussieht, ist offen. In der Hinrunde wurde er bei zehn Einsätzen neun Mal eingewechselt. Vor dem Sieg gegen Sandhausen hatte alles auf einen Abschied im Sommer hingedeutet, zumal Menz’ Vertrag am Saisonende ausläuft. „In den letzten Monaten habe ich mich im Training angeboten. Ich durfte aber nicht spielen, weil es in der Mannschaft lief. Ich bin aber nach wie vor überzeugt davon, jederzeit helfen zu können“, sagte Menz. „Ich denke, auch in der nächsten Partie bei Hertha BSC spielen zu dürfen“, ergänzte der 24-Jährige.

Menz gehört gemeinsam mit Jan Glinker, Daniel Göhlert, Torsten Mattuschka und Christian Stuff zu jenen fünf Akteuren, die Neuhaus seit seiner ersten Saison in Köpenick kennt. Die Partie gegen Sandhausen war immerhin das 77. Zweitligaspiel für Lenz. Doch den Makel des ewigen Nachwuchsspielers konnte der gebürtige Magdeburger nie ablegen. Inzwischen hat er wohl selbst eingesehen, dass Fußball nicht nur in Köpenick gespielt wird. Seine Maxime für das zweite Halbjahr ist klar. „In erster Linie will ich mich anbieten, nicht nur für Union. Es gibt auch andere Möglichkeiten. Das ist einfach mal so“, sagte Menz gewohnt ruhig. Die Botschaft dahinter ist unmissverständlich. „Vielleicht muss ich auch mal etwas Neues probieren. Ich habe mich noch nicht festgelegt.“

An Baris Özbek könnte sich Menz ein Beispiel nehmen. 2005 holte ihn Neuhaus bei Rot-Weiss Essen in den Männerkader. Von 2007 bis Ende vergangenen Jahres kickte der inzwischen 26 Jahre alte Fußballer bei Galatasaray Istanbul und Trabzonspor in der Türkei. Jetzt ist der ehemalige deutsche U-21-Nationalspieler gereift zurück in der Heimat und sein Trainer ist wieder Uwe Neuhaus. Einen Platz in der Startelf fordert er aber noch nicht. „Ehrlich gesagt, muss man sich als Spieler gut einschätzen können. Nach zwei, drei Sprints war ich erst einmal völlig aus der Puste. Schön, dass ich nach einem Sprint schon das Tor geschossen habe“, sagte Özbek. „Ich muss körperlich aber noch viel aufholen. Die Tage bis zum Spiel gegen Hertha BSC werde ich nutzen. Die nächste Zeit bedeutet für mich Training, Training, Training.“

Christoph Menz wurde derweil für seine Leistungen in den vergangenen Monaten von Trainer Uwe Neuhaus gelobt. Besonderen Druck, gegen Sandhausen auf jeden Fall überzeugen zu müssen, habe er nicht verspürt. Menz sagte: „Druck hat man doch immer. Nach der Hinrunde habe ich nicht mehr viel zu verlieren. Ich kann eigentlich bloß noch gewinnen.“ Matthias Koch

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