Sport : Reine Nervensache

Der Fiorentiner Trainer rastet aus – nicht als erster.

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Berlin - Im Spiel der italienischen Serie A zwischen dem AC Florenz und Novara Calcio lief die 32. Minute, als Trainer Delio Rossi eine folgenschwere Entscheidung traf. Beim Stand von 0:2 nahm er seinen Spieler Adem Ljajic vom Platz. Der beschwerte sich daraufhin lautstark bei seinem Coach, so lange, bis Rossi ausrastete und seinen eigenen Spieler mit Schlägen eindeckte. Zwar rüttelte der Trainer damit offenbar seine Mannschaft wach, denn Florenz schaffte am Ende noch ein 2:2. Doch es war der letzte Punktgewinn für den 51-Jährigen als Coach der Fiorentina. Auch eine Entschuldigung nach dem Spiel half ihm nicht mehr, noch am Mittwochabend wurde Rossi entlassen. Ljajics Spielerberater kündigte zudem eine Anzeige wegen Körperverletzung an.

So ungewöhnlich die Aktion von Delio Rossi anmutet, sie ist kein Einzelfall. Immer wieder verlieren Trainer im Sport die Nerven und lassen sich zu Ausrastern hinreißen. In der Bundesliga fiel Norbert Meier im Dezember 2005 mit einer besonders dreisten Tätlichkeit auf. Im Spiel seines MSV Duisburg gegen den 1. FC Köln versetzte er Albert Streit einen Kopfstoß, nur um anschließend selbst zu Boden zu gehen. Kölns Streit flog vom Platz, doch Meier wurde später vom DFB für drei Monate gesperrt und der MSV entließ ihn.

Wie Delio Rossi in Florenz zog auch HSV-Trainer Benno Möhlmann gegen einen eigenen Spieler zu Felde. Bei einer Kabinenansprache trat er Harald Spörl gegen das Schienbein. Was in Hamburg nur eine lustige Anekdote ist, beschäftigte anderswo die Gerichte. Holstein Kiel trennte sich nach einem ähnlichen Vorfall von Trainer Falko Götz. Der soll einem Spieler mehrfach auf die Stirn geschlagen haben, stritt dies aber ab. Am Ende einigten sich beide Seiten auf einen Vergleich.

Doch nicht nur im Fußball wird der Druck für die Trainer mitunter zu groß. Bei der Handball-WM 2009 stürmte Deutschlands Coach Heiner Brand nach einem knapp verlorenen Spiel mit erhobener Faust auf einen Schiedsrichter zu, konnte sich aber gerade noch beherrschen. Regelrecht kreativ fiel der Protest von Phil Wellman gegen eine vermeintliche Fehlentscheidung aus. Der Manager der Mississippi Braves zerlegte ein ganzes Baseballspielfeld derart unnachahmlich, dass der amerikanische Sportsender ESPN seine Aktion 2009 zum größten Ausraster der Sportgeschichte kürte.

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