Sport : Reisen statt shoppen

Eisbären-Trainer Pagé fürchtet vorweihnachtliche Ablenkung

Claus Vetter

Berlin. Was waren sie genervt, die Herren Steve Walker, Jeff Tomlinson, Rob Shearer, Martin Hoffman und Danny Pyka. Bei Minustemperaturen sollten die Spieler der Eisbären auf dem Weihnachtsmarkt in Köpenick Autogramme geben. Kollektives Frieren also, denn wer sollte schon kommen? Zumal Spieler eines im Bezirk beheimateten Fußballklubs tags zuvor an gleicher Stelle gerade mal 20 Unterschriften geben durften.

Doch Walker und Kollegen wurden überrascht. Das Quintett aus Hohenschönhausen schrieb sich die Finger warm, wurde von 120 Teenagern belagert. Der Andrang war ein Beleg für die Popularität des Klubs, der seit Wochen Tabellenführer in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ist. Allerdings tat sich das Team von Trainer Pierre Pagé zuletzt schwer. Die 4:5-Heimniederlage gegen Krefeld belegte dies. „Sicher sind die momentanen Schwierigkeiten darin begründet, dass inzwischen jeder Gegner unser System kennt, weiß, was ihn erwartet“, sagt Eisbären-Kapitän John Gruden. Pagé hingegen schiebt es auf die Jahreszeit. „Zu viele Spiele, zu viele Weihnachtseinkäufe, und zu wenig Konzentration“, sagt er. „Wir brauchen einen zwei Wochen langen Auswärts-Trip.“

Insofern kann sich Pagé auf Freitag freuen. Da steht für die Eisbären zwar keine ausgiebige Exkursion, aber immerhin ein Tagesausflug auf dem Programm. Richard Shulmistra wird in Berlin bleiben. Nicht um Autogrammstunden abzuhalten, oder um ausführliche Weihnachtseinkäufe zu veranstalten, sondern weil der Torhüter mit vorsichtigen Leibesübungen an seinem Comeback arbeitet. Die Rückkehr ins Team hat Shulmistra nach einer Leistenoperation endlich in Sichtweite – mit erstaunlich präzisen Koordinaten. „Montag werde ohne Schmerzen sein“, sagt er. „In eineinhalb Wochen kann ich aufs Eis und in drei Wochen wieder spielen.“

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