Reit-WM : Im privaten Jumbo zu Silber

Die deutschen Dressurreiter kamen aus dem Staunen kaum heraus. Scheich Muhammed bin Raschid Al Maktoum reist im privaten Jumbo zur Reit-WM und gewinnt Silber im Distanzreiten.

Scheich hoch zu Ross. Muhammed bin Raschid Al Maktoum im Sattel. Foto: dpa
Scheich hoch zu Ross. Muhammed bin Raschid Al Maktoum im Sattel.Foto: dpa

Lexington - So etwas wie den Auftritt des Distanzreiters Muhammed bin Raschid Al Maktoum haben sie noch nicht erlebt. „Wenn der Scheich kommt und alle stehen still, das ist schon beeindruckend“, sagte Isabell Werth, die bisher bei allen Weltreiterspielen seit 1990 am Start war. „Der kam mit fünf schwarzen Limousinen und Leibwächtern vorgefahren“, berichtete Christoph Koschel.

Muhammed bin Raschid Al Maktoum ist nicht irgendein Distanzreiter. Der 61-Jährige ist das Staatsoberhaupt des Emirates Dubai, der zweite Mann in den Vereinigten Arabischen Emiraten und zudem mindestens Multi-Millionär – was bei der WM in Lexington kaum zu übersehen ist. Er ist aber auch Sportler und gewann am Sonntagabend Silber hinter der Spanierin Maria Mercedes Alvarez Ponton, sein Sohn Hamdan kam auf den dritten Platz. Zwischen den sechs Runden des 160 Kilometer langen Distanzrittes, wenn sein Pferd Pause hatte und untersucht wurde, zog sich der Scheich in sein an der Strecke aufgebautes Zelt zurück, dessen Eingangsbereich ein goldener Kronleuchter schmückte.

So protzig der Scheich in Lexington auch auftritt – als Sportler gibt er sich bescheiden. „Es sind die besten Reiter und Pferde der Welt am Start, da bin ich froh, dabei zu sein“, sagte Al Maktoum. Nach seinem zweiten Platz nahm er freudestrahlend die spanische Siegerin in den Arm und gratulierte ihr zum Sieg. Distanzreiten ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten Familiensache. Muhammed bin Raschid Al Maktoum ist der Chef im Team. Dazu gehören seine Söhne Hamdan und Majide sowie seine Ehefrau Haya bint al Hussein, die Präsidentin der Internationalen Reiterlichen Vereinigung FEI. Die aus Jordanien stammende Prinzessin half in Kentucky sogar mit, das Pferd ihres Mannes zu versorgen. Die ganze Familie war standesgemäß mit dem privaten Jumbo nach Lexington gereist.

Der Herrscher von Dubai ist erfahrener Reiter, allerdings auch schon zweimal mit dem Regelwerk der FEI in Konflikt geraten. Die beiden Dopingfälle des Ehemannes der Verbandspräsidentin endeten aber mit geringen Strafen. Sie habe damit nichts zu tun und sich nicht in die Verfahren eingemischt, hatte die FEI-Chefin versichert. (dpa)

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