Sport : Reiten: Großer Start beim kleinen Derby

Oliver Heller

Andrea Freyer lächelt verschmitzt: "Natürlich möchten wir eines Tages auch mal das Derby gewinnen, keine Frage." Wann allerdings die Zeit dafür reif sein wird, darauf will sich die 28-Jährige nicht festlegen. Der Grundstein wurde jedenfalls schon gelegt: Im Mai vorigen Jahres übernahm sie mit ihrem Mann die Leitung des brandenburger Traditionsgestüts Prieros. Rund 70 Traber nennen die beiden inzwischen ihr Eigen. Etwa die Hälfte davon ist Woche für Woche auf den Rennbahnen in Mariendorf und Karlshorst aktiv und immer öfter strecken sie als Erste ihre Nase über die Ziellinie. Die andere Hälfte verdient sich sein Hafer als Deckhengst sowie Zuchtstute oder hüpft als junges Fohlen über das Gestüt. Genau unter diesem Nachwuchs verbirgt sich vielleicht schon das große Talent für den erträumten Coup, so hofft das Ehepaar.

Einer der von den Investitionen des Bauunternehmers Dietmar Freyer am stärksten profitiert, ist Daniel Wagner. Der 27-jährige Trabertrainer trägt die Verantwortung für das sportliche Gelingen. Häufig steigt Wagner sogar selbst in den Sulky. So auch heute in Mariendorf (Beginn 13 Uhr), wenn die Stuten das so genannte kleine Derby ausfahren. Wagner sitzt in diesem Rennen hinter der dreijährigen Stute Crystel. Sie ist noch kein Zuchterfolg des Gestüts, war mit einem Kaufpreis von 7000 Mark dafür ein Schnäppchen. Vielleicht sogar ein Erfolgspferd für die Zukunft. "Crystel reift von Start zu Start", sagt Wagner. "Sie hat ihre Nerven voll im Griff, ist ausgeglichen und genau das, was man einen Athleten nennt." Das Ehepaar Freyer erhofft sich sogar schon heute einen Achtungserfolg. Die Stute startet in einem leichten Vorlauf, eine Finalteilnahme ist durchaus möglich. Doch selbst beim Gedanken an einen Misserfolg bleibt die Gestütsherrin gelassen: "Wir planen langfristig und bauen unsere Pferde behutsam auf. Eine gute Platzierung von Crystel wäre natürlich schön..." Bei einem optimalen Rennverlauf im Finale ist schließlich alles möglich. Das wäre immerhin ein Trost für die Freyers, bis tatsächlich eines der Fohlen irgendwann im großen Derby landet.

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