Reitsport : Dressur-Talent mischt die Szene auf

Isabell Werth war die Beste, aber ausnahmsweise nicht die Begehrteste. Der 23-jährige Shootingstar Matthias Alexander Rath stahl den Stars der Dressur-Szene bei den deutschen Meisterschaften in Balve am Samstag mit einem überraschend starken Auftritt die Show und darf nun auf eine Olympia-Teilnahme hoffen.

Michael Rossmann
Matthias Alexander Rath
Matthias Alexander Rath auf Sterntaler. -dpa

Balve"Ich bin mit der Prüfung super zufrieden", kommentierte Nachwuchsreiter Rath, der bei seinem erst vierten Grand-Prix-Ritt mit Sterntaler auf 73,958 Prozent-Punkte kam. Der 23-Jährige übernahm damit die Führung in der Herren-Wertung, während Werth bei den Damen mit 76,500 Prozent klar vorne liegt.  "Ich finde es sensationell", schwärmte Sporthilfe-Chefin Ann Kathrin Linsenhoff, die Stiefmutter von Rath.

Die Team-Olympiasiegerin hatte Rath das Weltklasse-Pferd vor neun Wochen zur Verfügung gestellt und sah nun, wie der junge Mann das Feld aufmischte und bis auf Werth alle Etablierten abhängte. "Ich bin so begeistert, wie dynamisch es aussieht und wie er mit dem Druck umgeht", sagte Linsenhoff.

Neuer Stern am Reitsporthimmel

"Der Druck war natürlich groß", gab der Nachwuchsreiter zu. Die Pferdesport-Fans waren gespannt, wie der Student mit dem 13-jährigen Spitzenpferd zurechtkommt, mit dem Linsenhoff 2005 Team-Europameisterin geworden war. Spätestens seit diesem Auftritt ist Rath ein ernsthafter Kandidat für das nur dreiköpfige Olympia-Team. Er sieht dem möglichen Hongkong-Auftritt gelassen entgegen: "Es ist ja die gleiche Prüfung, auch wenn der Druck noch höher ist."

Unangefochten ist Isabell Werth, die ihr Olympia-Ticket längst sicher hat. Sie liegt vor der Kür am Sonntag in der Damen-Wertung deutlich vor Monica Theodorescu (Sassenberg) mit Whisper (72,667) und Heike Kemmer (Winsen/Aller) mit Bonaparte (72,292), die noch um das Olympia-Ticket kämpfen. Einen schweren Dämpfer erlebte hingegen Nadine Capellmann (Würselen), die mit Elvis patzte und als Fünfte der Damen-Konkurrenz nur 70,708 Prozent erhielt. Bei den Herren liegt hinter Rath fast schon abgeschlagen Klaus Husenbeth (Sottrum) mit Piccolino (70,208) auf Platz zwei.

Eva Bitter rettet ihren Titel

Bei den Springreiterinnen verteidigte Eva Bitter ihren Titel. Die 34-Jährige aus Bad Essen bei Osnabrück gewann durch einen fehlerfreien Ritt im Stechen mit ihrem Pferd Niels. Pia-Luise Aufrecht (Münster), die wie Bitter zuvor in drei Runden fehlerfrei geblieben war, gab in der Entscheidungsrunde mit Sandy nach einem Abwurf auf. Platz drei sicherte sich Karin Ernsting-Engemann (Bissendorf) mit Conley. Die deutschen Meisterschaften sind der einzige Springreit-Wettbewerb, bei dem es eine zusätzliche Prüfung nur für Frauen gibt. Die Herren-Entscheidung fällt an diesem Sonntag. (dm/dpa)

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