Sport : Rekord auf dem Ku’damm

7924 Sportler liefen bei der traditionellen City-Nacht – so viele waren es noch nie

Jörg Wenig

Berlin – Es ist noch kein halbes Jahr her, dass sich Horst Milde von der Position des so genannten Race-Directors, des Sportlichen Leiters von Laufveranstaltungen des SC Charlottenburg, zurückzog. In rund vier Jahrzehnten hatte der 65-Jährige Veranstaltungen mit 1,27 Millionen Sportlern organisiert. Nun hat er offensichtlich auch dafür gesorgt, dass der Erfolg fortgesetzt wird. Das SCC-Running floriert wie nie zuvor.

Mark Milde, der Sohn von Horst Milde, hat die Position des Race-Directors übernommen. Der Erfolg ist in Zahlen belegt. In den Monaten Januar bis Juli verzeichnete SCC-Running 53 364 Teilnehmer bei neun Veranstaltungen. Im vergangenen Jahr wurden in den ersten sieben Monaten 46 722 Starter gezählt. Und für den Berlin-Marathon am 26. September sind die Startnummern inzwischen so gut wie ausverkauft.

Am Sonnabend konnte Mark Milde einen weiteren Rekord vermelden. 7924 Läufer, Skater, Walker und Rollstuhlfahrer waren bei der 13. City-Nacht auf dem Kurfürstendamm an den Start gegangen. Gegenüber dem Vorjahr (7094) bedeutete das ein Plus von mehr als zehn Prozent. Rund 55 000 Zuschauer, so viele wie nie zuvor, standen an der Strecke, die hauptsächlich über den Kurfürstendamm und die Kantstraße führte.

Sportlicher Höhepunkt war das 10-km-Rennen. Dritte wurde dabei im voraussichtlich drittletzten Rennen ihrer Karriere Kathrin Weßel (SCC Berlin) in 34:51 Minuten. „Der Berlin-Marathon am 26. September wird das letzte Rennen meiner Karriere sein“, sagte die deutsche Rekordhalterin über 10 000 m (31:03,62 Minuten). „Bei der City-Nacht wollte ich unbedingt dabei sein, denn die Atmosphäre ist einmalig.“

Während die Polin Monika Drybulska in 33:23 Minuten souverän gewann, setzte sich eine junge deutsche Läuferin gut in Szene, der vielleicht die Zukunft gehört: Romy Spitzmüller wurde Zweite in 34:22 Minuten. „Ich bin sehr zufrieden, denn ich bin aus dem Marathontraining heraus gelaufen und habe eine neue Bestzeit erreicht“, sagte die 22-Jährige, die sich nun nach ihrem erfolgreichen Auftritt am Sonnabend auf ihren Start beim Berlin-Marathon vorbereitet. Romy Spitzmüller kommt übrigens aus Leipzig – ein gutes Pflaster für deutsche Langstreckenläuferinnen. Sowohl Uta Pippig als auch Katrin Dörre-Heinig stammen aus dieser Stadt.

Kein guter Tag war es für den Streckenrekordhalter. Carsten Eich (LG Braunschweig) verpasste seinen fünften Sieg bei der City-Nacht. „Ich fühlte mich von Anfang an platt und wollte nicht mit einer Zeit von 32 Minuten ins Ziel rennen“ sagte der Vorjahressieger. Er gab auf. Es gewann Paul Kigen (Kenia) in 30:04 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung vor seinem Landsmann James Rotich.

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