Sport : Rekord mit Schmerzen

Alexander Cejka und Marcel Siem überzeugen bei der Golf-EM

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St. LeonRot - Fast wäre Alexander Cejka gar nicht dabei gewesen. Vor sechs Tagen hatte sich der deutsche Golfprofi nach einem Turnier in Shanghai den Oberschenkel gezerrt – als er mit Gewichten beschwert eine halbe Stunde über ein Laufband gejoggt war. Das rechte Bein tat auch am Donnerstag noch weh, und „wenn ich nicht in Deutschland gespielt hätte, wäre ich wohl nicht angetreten“, sagte der 33-Jährige.

So aber ignorierte Cejka die Schmerzen, ging bei den mit drei Millionen Euro dotierten Golf-Europameisterschaften – den „Deutsche Bank - SAP Open“ – am Donnerstag an den Start und stellte am Freitag mit 64 Schlägen den Platzrekord ein. Den hält er seit zwei Jahren zusammen mit dem Weltranglistenersten Tiger Woods (USA). „Es waren beste Bedingungen und ich habe nicht so viele unnötige Fehler wie früher gemacht“, begründete Cejka seine Rekordrunde, die ihn am frühen Nachmittag von Platz 20 an die Spitze des Feldes brachte. Mit zwei Eagles und drei Birdies auf den ersten zehn Löchern setzte sich Cejka zeitweise drei Schläge von dem bis dahin führenden Engländer David Howell ab und kam nach zwei von vier Runden mit 133 Schlägen ins Klubhaus. „In dieser Woche läuft es einfach“, sagte Cejka.

Dabei hatte es nach der ersten Runde noch so ausgesehen, dass ein anderer Deutscher die Führung übernehmen könnte. Doch Marcel Siem, der mit 66 Schlägen auf dem Par-72-Kurs vor dem zweiten Tag an vierter Stelle gelegen hatte, vergab die Chance auf ein besseres Ergebnis mit sechs Bogeys. „Ich habe zu viele Fehler gemacht. Natürlich wäre ich gerne zu Alex an die Spitze hochmarschiert“, sagte Siem nach seiner 72er-Runde. Dem 23-Jährigen, der vor vier Monaten in Südafrika sein erstes Turnier auf der europäischen Profitour gewonnen hatte, war der Druck anzumerken, der nach dem hervorragenden Start auf ihm gelastet hatte. Siem vergab einfache Puts und leistete sich auch bei den Annäherungsschlägen kleine Fehler.

Trotzdem kann sich Siem immer noch Chancen auf seinen ersten Sieg bei einem der drei deutschen Turniere ausrechnen. Der zweimalige „Deutsche Bank-SAP Open“-Sieger Lee Westwood (England) und der Schotte Colin Montgomerie verpassten dagegen den Cut und verabschiedeten sich vorzeitig. Die Mitfavoriten Ernie Els (Südafrika) und Gregory Havret (Frankreich) starteten erst am frühen Nachmittag in ihre Runde.

Alexander Cejkas Leidensfähigkeit indes wird auch Bernhard Langer beeindruckt haben. Der 46-Jährige musste wegen einer Verletzung seine Teilnahme zwar absagen, war aber als Kapitän des europäischen Ryder-Cup-Teams vor Ort. Und wenn es im September zum Duell gegen die USA kommt, wird wohl auch Cejka dabei sein. Er darf sich nur nicht verletzen. Tsp

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