Relegation - HSV und 1860 München : Die Schlamperei muss noch besiegt werden

Zwei Traditionsklubs mit Hang zur Schlamperei aber erstaunlichem Siegeswillen sind die Gewinner der Relegation: Doch das heißt noch lange nicht, dass es nun beim HSV und 1860 München wieder aufwärts geht, meint unser Kolumnist.

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Wir bleiben oben. Die Spieler der Löwen nach dem Spiel.
Wir bleiben oben. Die Spieler der Löwen nach dem Spiel.Foto: dpa/Hoppe

Was der Hamburger SV spät kann, kann der TSV 1860 München noch ein bisschen später. So ein Siegtor wie das 2:1 in der Nachspielzeit am Dienstag für die Münchner gegen Holstein Kiel, das ist kein Glück, das ist ganz große Kunst im Sport. Da hat eine Mannschaft all ihren Teamgeist zusammengekratzt für den alles bedeutenden Höhepunkt. Das gelingt wirklich nur den Großen – wohlgemerkt den schlampigen. Im entscheidenden Moment auf Zack sein, dafür aber zu selten in der Saison davor: Die Rettung der Traditionsvereine in der Relegation zur Bundesliga und Zweiten Liga beinhaltet nicht das Versprechen für die Zukunft, dass es nun aufwärts gehen wird bei den einstigen deutschen Fußballmeistern.

Bei 1860 München haben sie sich für eine knappe Viertelstunde gegen Holstein Kiel zusammengerauft, um aus einem 0:1 noch ein 2:1 zu machen und um so eine verlorene Saison zu retten. Doch kaum war das Siegtor vor 60 000 Zuschauern gefallen, da wurde aus dem großen Glück ein ganz kurzes, zerfiel das fragile Klubgebilde wieder in Einzelteile. Der Präsident und der Mäzen sprechen nicht mehr miteinander, Manager und Trainer sind sich spinnefeind und die Spieler stehen irgendwo dazwischen – Tendenz Richtung Trainer, dem dritten der Löwen in der abgelaufenen Saison. Der will weitermachen, auch wenn die nächste Saison kaum weniger chaotisch werden dürfte.

Sportliche Glanztaten abseits der Relegation sind auch beim Hamburger SV (vier Trainer in der Saison) nicht zu erwarten, auch wenn dort nach der Rettung von der Champions League geträumt wird. Gut möglich, dass die beiden Traditionsklubs auch im kommenden Jahr wieder ihre Tradition in der Relegation retten müssen. Alle Klubs mit Aufstiegsplänen in Liga zwei und drei sind gewarnt: Bloß nicht auf Platz drei landen. Denn das entscheidende Tor schießt immer die Tradition.

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